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Ausgabe 729
2012-05-17 > 2012-05-23
Tel.: 282 418 881
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Ferreiras, Albufeira

Restaurante Casa do Minho

Seit der Verkehr auf der EN125 begonnen hat, sich besonders am Feierabend zu verkomplizieren, benutze ich eine recht unbekannte Verbindung.
Bruno Filipe Pires, Ausgabe 714 ( 2 Feb 2012), Ohne Kommentare »

Die Zufahrt befindet sich kurz vor dem Campingplatz von Albufeira, in Richtung Ferreiras, auf der rechten Seite. Dann kommt man hinter dem Business Park von Vale Paraíso entlang.

Nach einigen Kurven gelangt man wieder auf die Straße, vermeidet aber die Warteschlangen an der Ampel von Ferreiras, die manchmal lang sind. Auf dieser Abkürzung habe ich dieses Restaurant entdeckt, für das ich schließlich Zeit gefunden habe.

Die erste Sache, die mir auffällt, ist die offene Küche. Der Saal ist praktisch ein Teil der Küche. Als wäre dies nicht attraktiv genug, so ist die Dekoration eine pure Freude für neugierige Köpfe und voller interessanter Objekte: Tücher aus dem Minho, Schals von Fußballvereinen aus dem Norden Portugals, Fotos von traditionellen Gerichten des Minho, folkloristische Wimpel und Keramik aus der Algarve. Auf einer Tafel mit Fotografien der Kunden, die hier vorbeikamen, sehe ich das Emblem des Geschwaders «Asas de Portugal», das hier zu Mittag gegessen hat, als es für eine Flugschau an der Algarve war.

Ich befinde mich in einem sehr familiären Haus. Mendes, 59 Jahre, gebürtig aus Sor (Coimbra) ist der Gastwirt, und seine Frau Amélia, 49, ist die Seele der Küche und stolz auf ihre Herkunft aus Póvoa do Varzim.

Das Paar lebt seit 27 Jahren in Albufeira. Sie berichten mir, dass sie vor drei Jahren alle Hände voll zu tun hatten und täglich über 100 Mahlzeiten servierten. Derzeit ist die Zahl auf weniger als ein Drittel gesunken. Ganz gefangen von der Sympathie dieses Hauses, studiere ich eine besonders wohl ausgewählte Speisekarte. Ich wähle eine gebratene Knoblauchwurst mit Spiegelei, ein typisches Gericht aus Nordportugal. Fehlentscheidung?

Es war zwar ausgezeichnet, aber vielleicht hätte ich doch die “Feijoada à moda do Porto“ (Gekröse mit Bohnen) wählen sollen, etwas Ungewöhnliches. Ich verschiebe das auf einen anderen Freitag. Es ist auch zu erwähnen, dass es donnerstags Cabidela (Geflügelklein) gibt.

Andere typische Gerichte sind Kabeljau-Krapfen mit Bohnenreis und natürlich das berühmte “Francesinha”. Ich erfahre ansonsten noch, dass die Tochter des Hauses in der Hotellerie-Schule in Portimão lernt, eine der besten Schülerinnen ist und eine Prüfung der Gourmetküche mit Erfolg gemeistert hat – mit einem Blumenkohl-Creme Rezept, inspiriert von ihrem Vater.

In Zukunft strebt sie eine internationale Karriere in der modernen Zuckerbäckerei an. Natürlich wünschen wir ihr das Beste! Zwei Schlussbemerkungen noch: die Kamera verrät mich und ich muss meine Mission zu erkennen geben. Entgegen dem, was in den meisten Restaurants geschieht, darf ich nach Lust und Laune fotografieren und Fragen stellen, zudem erfahre ich, dass auch andere Reporter aus der Region öfters hierher kommen. Im Sommer ist das Haus übrigens bis 4 Uhr morgens geöffnet. Harte Arbeit? „Wir sind mit Speck und Bohnen aufgewachsen“, antwortet mir Amélia mit einem Lächeln.

Spezialitäten: traditionelle Küche des Minho; Öffnungszeiten: mittags und abends, sonntags geschlossen. Rechnung: trotz meines Bestehens darauf, durfte ich meine Rechnung nicht bezahlen. Ansonsten beläuft sich der Preis pro Person auf etwa €10; 60 Plätze, ohne Einschränkungen für Raucher.

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