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Ausgabe 729
2012-05-17 > 2012-05-23
Tel.: 282 418 881
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Parchal (Lagoa)

Restaurante O Buque

Das Leben hält solche Erlebnisse für uns bereit. Ich bin sicherlich tausende Male hier an der Tür vorbeigekommen und habe den Besuch immer auf einen anderen Tag verschoben.
Ausgabe 712 (19 Jan 2012), Ohne Kommentare »

Diese Woche hat es geklappt, nachdem ich erst etwas durch die Straßen von Portimão gefahren bin, das mir ziemlich krank scheint. Nach dem Überqueren der Brücke taucht dieses Restaurant einladendend wie eine Oase auf.

Noch dazu scheint die Sonne, der Fluss Arade führt durch eine wunderschöne Mündung, Möwen umsegeln einen und die Serra de Monchique im Hintergrund bildet ein Szenario, das zu schön für so viele Probleme ist. Das Haus besteht seit mehr als drei Jahrzehnten. Als ich es betrete, weiß ich davon allerdings noch nichts. Ich weiß nur, dass es Entenreis, Bacalhau à Brás, gegrillten Stöcker und gebratenes Huhn zum Mittagessen gibt, zu €7,50 für eine komplette Mahlzeit.

Die Tische bedecken noch bunte Tischtücher, wie in alten Zeiten. Der Saal ist gemütlich und es gelangt viel Licht durch die Fenster nah der Straße. Es gibt Regale mit älteren Weinen, die es würdig sind, erwähnt zu werden. Der älteste ist ein «Montes Claros» von 1954 und über mir befindet sich einer von 1972. Es war der Gründer des Restaurants, Senhor Joaquim Mourinho (tatsächlich der Cousin des berühmten Fußballtrainers), der jedoch inzwischen verstorbenen ist, der die Weinsammlung vor 30 Jahren initiiert hat.

Während ich mich noch umschaue, wird der Bacalhau serviert, zubereitet wie bei Muttern. Jedes Stückchen Brot erinnert mich daran, warum ich dieses leidende Land so sehr mag, und durch das Fenster sehe ich Aberdutzende deutsche Autos vorbeifahren, als Werbeaktion einer Marke.

Es ist, als ob ein großes Gefolge der Regierung gekommen wäre, um die soziale Umgebung von Parchal zu besuchen. Aber letztlich ist es nur eine langsame Version des europäischen Traums, die hier vorbei kommt. Ich höre, wie mein Gastgeber einem älteren Paar am Nachbartisch berichtet, dass, als er 1974 von Coimbra an die Algarve kam, Caramujeira einen süßen, köstlichen Wein produziert hat. Alte Zeiten... Unvermittelt stellt sich mir Vasco Belbute, 48 Jahre, vor, der Sohn des ursprünglichen Besitzers dieses Hauses.

Derzeit konzentriert er sich auf Antikmärkte und berichtet mir Geschichten jenseits der Vorstellungskraft. Wussten Sie, liebe Leserinnen und Leser, dass die rostigen Schlüssel der Innentüren des Schiefen Turms von Pisa auf einem Markt an der Algarve für €250 verkauft wurden? Heute befinden sie sich in einem Museum in Italien und sind ein Vermögen wert, erzählt der Mann, der eine riesige Sammlung an alten Flaschen, Bronzen und Antiquitäten hat. Ein Geständnis kommt über Vasco Belbutes Lippen.

Er hatte ernsthaft darüber nachgedacht, dieses Haus, in dem wir gerade sitzen, in einen Trödelladen zu verwandeln. Wie gut, dass er das nicht gemacht hat. Wir müssen schließlich ein paar Dinge lebendig halten – und wenn es auch nur die Hoffnung ist…

Spezialitäten: Gegrilltes, traditionelle Gerichte; Rechnung: €7,50; Leitung: Ana Clipei; NIF 237 752 638.

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