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Ausgabe 729
2012-05-17 > 2012-05-23
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Notwendigkeiten in Portugal

Welchen Weg schlägt Portugal ein?

Die soziale Dynamik Portugals zu verstehen wird immer schwieriger. Der Verein für Entwicklung “TESE” hat gerade die ersten Ergebnisse einer Studie präsentiert, die etwas Licht in dieses Dunkel wirft.
Ausgabe 634 ( 8 Jul 2010), Ohne Kommentare »

Die Forschungsarbeit unter dem Titel «Necessidades em Portugal - Tradição e Tendências Emergente» (Notwendigkeiten in Portugal - Tradition und künftige Entwicklung) wurde von ISCTE und der Calouste Gulbenkian-Stiftung unterstützt.

Das Ergebnis entstammt drei Jahren Arbeit und 1.237 Interviews. Ziel der Studie war herauszufinden, “was fehlt, um in Portugal glücklich leben zu können? Auf was müssen wir nicht verzichten, und was brauchen wir mehr, um ein Leben von Qualität zu führen?”

Die ersten Ergebnisse sind, dass jeder fünfte der Befragten “unterhalb der Armutsgrenze lebt und Schwierigkeiten hat, seine Rechnungen für Haus, Nahrung und die Schule der Kinder zu begleichen”. “Die Ergebnisse zeigen, dass 57 Prozent der befragten Familien mit weniger als 900 Euro im Monat auskommen müssen und 42 Prozent gestehen ein, dass sie im Krankheitsfall nicht den gesamten Genesungsurlaub in Anspruch nehmen können, während 12 Prozent kein Geld haben, um alle verschriebenen Medikamente zu erwerben”. Obwohl ihnen die Arbeit Spaß macht, sind “die Portugiesen mit ihrem Lohnniveau nicht zufrieden.

Laut Umfrage ist der Arbeitsplatz für 41,3 Prozent der Portugiesen unsicher und über 50 Prozent meinen, dass ihre Bezahlung ungerecht ist”.

Allerdings reicht das noch nicht aus, dass die Portugiesen eine Reaktion zeigen, und die meisten finden sich einfach mit dem Zustand ab - 30 Prozent der Befragten sagten, dass sie gerne ihren Job wechseln würden, aber über ein Drittel derjenigen, die unzufrieden sind, gibt zu, nichts dafür zu tun, um ihr Leben zu verändern. Für 63 Prozent der Befragten kommt es nicht in Frage, das Land zu verlassen. Die Mehrheit denkt auch nicht daran, noch einmal “die Schulbank zu drücken”, obwohl sie sagen, sie würden gerne eine bessere schriftliche Ausdrucksweise erlernen oder Sprachen und wie man das Internet benutzt, um den Kindern bei den Hausarbeiten zu helfen.

Die Hälfte der portugiesischen Bevölkerung hat Schwierigkeiten zu überleben, hält sich aber trotzdem nicht für unglücklich. Im Gegenteil: 73 Prozent sagen, sie seien glücklich und der Hauptgrund hierfür seien Freunde und Familie. Dagegen zeigt die Studie aber auch, dass es immer mehr Misstrauen gibt - 45 Prozent der Portugiesen verdächtigen andere wegen diesem oder jenem - und wenn es um die Regierung geht, steigt die Zahl noch extremer. 70 Prozent sagen, die Regierung verdiene wenig oder gar kein Vertrauen.

Was die armen Menschen anbelangt, sind die verwundbarsten ältere Personen, Alleinerziehende und diejenigen mit geringer schulischer Bildung. Etwa 20 Prozent der Portugiesen leben unterhalb der Armutsgrenze und 35 von 100 befinden sich in einer Situation mit mittleren oder großen Entbehrungen, wie zum Beispiel den finanziell bedingten Verzicht auf eine warme Wohnung oder bei einer Krankheit die volle Ausnutzung der Ausfallzeit.

Schließlich ergaben die Daten der Umfrage, dass “42,3 Prozent der Portugiesen sehr müde von der Arbeit nach Hause kommen, um dort die anfallenden Arbeiten zu erledigen; und 33,4 Prozent (ein Drittel der Bevölkerung) gibt zu, dass ihre Konzentration während der Arbeit durch familiäre Verpflichtungen geschwächt ist”. Die Ergebnisse zeigen die große “Mühe, vor allem seitens der Frauen, eine Vereinbarkeit zwischen Arbeit und Familie zu schaffen”.

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