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Ausgabe 729
2012-05-17 > 2012-05-23
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Im Vuvuzelafieber?

Gekommen um zu bleiben. Sie war bis vor kurzem in Portugal so gut wie unbekannt, die südafrikanische Vuvuleza.
Bruno Filipe Pires, Ausgabe 630 (10 Jun 2010), Ohne Kommentare »
Bruno Filipe Pires

Sie ist das jüngste Phänomen, das sich im ganzen Land größter Beliebtheit erfreut. Von Schulhöfen bis zu öffentlichen Plätzen, fast nirgendwo im Land gibt es noch einen Ort, an dem der Klang dieses rudimentären Instruments aktuell nicht zu hören ist.

Auslöser war «Galp Energia». Als Mittel, die Portugiesische Elf für die Weltmeisterschaft 2010 zu unterstützen, hatte der Mineralölkonzern die Idee, in den Monaten vor dem Wettbewerb an den Tankstellen hundertausende der Vuvuzelas zu verkaufen. Inzwischen ist der Preis für den Kraftstoff etwas gestiegen, aber dem Erfolg der Kampagne mit dem Plastikhorn tut das keinen Abbruch.

Neue Ideen sind uns ja immer äußerst willkommen. Bei dieser Weltmeisterschaft gibt es also nicht nur portugiesische Flaggen zu sehen (einige auch mit dem korrekten Wappen, wenn sie nicht in China hergestellt wurden), die an den Aluminiummarkisen der Gebäude flattern. Viele davon sind noch Erbstücke aus vorherigen Meisterschaften und im gleichen Zustand wie der Rest des Landes. In den kommenden Tagen werden wir vorallem tagein tagaus das Blasen der Fans hören, tief aus ihren patriotischen Lungen, um Wellen ihrer Unterstützung bis nach Johannesburg zu tragen (oder zumindest bis nach Marokko, ist ja etwas näher).

Natürlich ist die Vorstellung, dass der Ton ganz Afrika überquert etwas übertrieben. Aber diejenigen, die Nachbarn mit diesen Krachmachern haben, wissen sehr gut, wie laut sie wirklich sind. Es wurde schon beobachtet, dass ein Kind es geschafft hat, alles aus der Vuvuzela herauszuholen und mehr Lärm zu machen als seine eigene Größe und Gewicht, im Vergleich zu der Anzahl an Dezibel. Unvorstellbar?

Die Schweizer Stiftung «Hear the World» hat Berechnungen angestellt und schätzt, dass eine Vuvuzela aus Kunststoff sage und schreibe 127 Dezibel hervorbringen kann - mehr als ein Rasenmäher (90 Dezibel) oder eine Kettensäge (100 Dezibel). Setzt man sich solchen Stärken aus, reichen 15 Minuten, damit das Gehör irreversiblen Schaden erleidet.

Die Mannschaft unterstützen - selbstverständlich! Aber müssen wir dafür unsere Trommelfelle zerstören?

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