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Ausgabe 729
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Soziale Mobilität, eine Familienangelegenheit?

Eigentlich ist im Leben alles möglich.
Bruno Filipe Pires, Ausgabe 616 ( 4 Mär 2010), Ohne Kommentare »
Bruno Filipe Pires

Der Sohn einer armen Familie könnte eines Tages ein millionenschweres Imperium besitzen – oder auch der Arzt sein, der ein Mittel gegen Krebs findet.

Die Soziologie hat diesem Phänomen einige Aufmerksamkeit geschenkt, in dem eine Einzelperson oder eine Gruppe einen Aufstieg ihrer sozialen Stellung entwickelt. Das nennt sich ‘soziale Mobilität’. Das Kino hat viele und gute Drehbücher zu diesem Thema geliefert.

Dieser Artikel resultiert allerdings aus einer Studie, die die OECD (Organisation für ökonomische Zusammenarbeit und Entwicklung) angestellt hat und ist Teil des Jahresberichtes «Going for Growth», der am 10. März 2010 herauskommt. Er trägt den Titel «Intergenerational Social Mobility: a family affair?» und ist bereits im Internet abrufbar.

Kurz gesagt zeigt die Studie, dass, obwohl das Wirtschaftswachstums der letzten drei Dekaden tausenden Portugiesen neue Möglichkeiten eröffnet hat, den Status Quo zu verändern, der soziale Aufstieg des Allgemeinbürgers immer noch unter dem Schnitt der anderen entwickelten Ländern liegt.

Der Studie zufolge besteht ein Muster aus der Vergangenheit, das sich immer wiederholt – von Generation zu Generation. Das kommt daher, weil in Portugal der Unterschied zwischen den Gehältern einer Person mit Eltern hoher Schulbildung und einer Person, deren Eltern nur das Schulpflichtpensum hinter sich haben, sehr viel größer ist, als in jedem anderen OECD Mitgliedsland.

Eine Folgerung der Studie ist, dass der wirtschaftliche Kontext der Familie enorme Auswirkungen auf den Schulabschluss hat. Und dieser Effekt ist in Ländern stärker, in denen die soziale Kluft groß ist (wie in Portugal) und trägt nicht dazu bei, die soziale Lotterie umzukehren.

Theoretisch hat Portugal eine Politik (?), die allen Menschen gleichberechtigten Zugang zu Schulbildung erlaubt, die in der Zukunft entscheidend sein wird, einen guten Job zu bekommen.

Wie auch immer, in der Praxis ist es so, dass der niedrige soziale Status der Familie das Schicksal bestimmt, und der Mensch mit großer Wahrscheinlichkeit in dem gleichen oder ähnlichen Muster seiner Herkunft bleibt.

Bei der letzten Studie hat die OECD gezeigt, dass Portugal immer noch ein Land ist, das die Elite bevorzugt.

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