| Einloggen oder registrieren um einen Kommentar zu verfassen. | Ohne Kommentare. Verfassen Sie den ersten Kommentar. |
Portugal
Warmes Land, kalte Häuser

Dieser mangelnde Komfort betrifft sowohl die alten Häuser, als auch neuere Gebäude - Häuser wie Wohnungen.
Dieses Thema ist nicht neu, und es wurden bereits wissenschaftliche Studien dazu verfasst. Eine wurde in der angesehenen Zeitschrift «The Journal of Epidemiology and Community Health» veröffentlicht.
Spezialisten der Universität Dublin (Irland) haben sie realisiert und kamen zu dem Schluss, dass Portugal das Land in der EU ist, in dem die meisten Menschen an Hypothermie sterben, da die Häuser nicht isoliert sind.
Laut der Forscherarbeit, die potentielle Todesursachen im Winter in 14 Ländern analysiert hat, hat Portugal eine Rate von 28 Prozent, gefolgt von Spanien und Irland mit 21 Prozent.
Die Studie hat ergeben, dass die Tatsache, dass diese Länder in gemäßigten Klimazonen liegen, bedeutet, dass der thermische Wirkungsgrad der Immobilien niedriger ist, als in kalten Ländern.
Man muss sich nur das Angebot auf dem landesweiten Immobilienmarkt anschauen, um festzustellen, dass in den wenigsten Bauwerken Vorinstallationen für eine Zentralheizung vorgesehen sind.
Und eben diese neueren Gebäude sind für Feuchtigkeit und die Entstehung von Schimmel anfällig.
Die mangelhafte Qualität der Bauausführung und der benutzten Materialien ist in sehr vielen Fällen mit bloßem Auge zu erkennen.
An der Algarve, der Region mit den meisten Sonnenstunden des Landes, findet man schnell gesprenkelte Bauten, an deren Fassaden Pilze und Moos wachsen.
Die Studie legt sogar einige Lösungsansätze für das Problem dar.
Leider sind die aber nicht durchführbar. Wir zitieren: “Die hohe Sterblichkeitsrate in der Wintersaison in Nordeuropa kann reduziert werden durch: Verbesserung der Wärmedämmung in Gebäuden, die Verbesserung der öffentlichen Ausgaben für das Gesundheitswesen und die Verbesserung der sozio-ökonomischen Bedingungen, die zu einer gerechteren Verteilung des Reichtums führen”.
Die gute Nachricht ist, dass viele Verbraucher heute nicht mehr willens sind, ihr Haus mit der Kälte zu teilen.
Den Beweis dafür liefert der starke Anstieg an Beschwerden über Wohnungen, die 2009 bei dem Verbraucherschutzverein DECO eingegangen sind.
Dort beklagten sich 28.823 Verbraucher über Mängel an der Bausubstanz, Gebäude mit geringer Energieeffizienz, den fehlerhaften Einbau von Materialien und über die Schwierigkeiten mit Garantieansprüchen.
Das Wohnungswesen war der Sektor, der 2009 am vierthäufigsten reklamiert wurde, während er 2008 in der Statistik von DECO noch nicht einmal auftaucht.
Laut Ana Tapadinhas, Koordinatorin der Rechtsabteilung bei DECO “ist der Wohnraum das Gut, für das die Menschen am meisten Geld ausgeben.
Wenn sie ein Haus kaufen, das jünger als fünf Jahre ist und Mängel feststellen, wollen Sie über ihre Rechte aufgeklärt werden und Schadenersatzansprüche stellen.”
Die Juristin räumt ein, dass dies einer der Sektoren ist, in dem die Schlichtung von Konflikten nicht sehr erfolgreich ist.
In der Regel rät DECO den Käufern ein Gerichtsverfahren anzustrengen und setzt sich dafür ein, dass die Gewährleistungsfrist von Immobilien von derzeit fünf auf zehn Jahre verlängert wird.
Aber ist es überhaupt möglich zu überleben, bis sich die Gesetze ändern oder die Gerichte handeln?







