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Ausgabe 729
2012-05-17 > 2012-05-23
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In Stein gemeißelt?

Wenn Sie alles glauben, was Sie lesen, dann ist es klar: Die Zukunft ist zum Kotzen.
Natasha Donn, Ausgabe 611 (28 Jan 2010), Ohne Kommentare »
Bruno Filipe Pires

Die Weltwirtschaft ist ganz unten - und dort sitzt sie fest, soweit die jüngsten Angaben des Global Risks Network Report (siehe Seite 6). Obama steht mit dem Rücken zur Wand und die “Hoffnung” ist auch gerade zu Tisch. Aber muss das wirklich so sein? Können wir denn wahrhaftig gar nichts verändern?

Was ist mit dem erbaulichen Spruch “Die Zukunft hat bereits begonnen”? Wenn die Leute nur endlich aufwachen würden, wäre dann nicht alles möglich?

“Hier liegt der Hund begraben” - um es sprichwörtlich auszudrücken - und in diesem wunderschönen Land voller Holzköpfe, scheint ein Erwachen leider ziemlich unwahrscheinlich… Ein Zusammenbruch des Sicherheitssystems wird von den Global Risk Gutachtern vorhergesagt. Und nicht nur ein paar hart arbeitende Bürger werden die Augen gen Himmel verdrehen und seufzen: “Wird auch langsam Zeit!”

In dem Monat, in dem der Abgeordnete der Algarve Mendes Bota Antworten gefordert hat, was die Polizei WIRKLICH gegen die steigende Kriminalitätsrate an der Algarve tut, finden wir Gruppen von Polizeibeamten, die Arbeitsfahrzeuge aufs Korn nehmen und ihren Eigentümern ganze Monatseinkommen an Bußgeldern abknöpfen - für lächerliche Gesetzesverstöße aufgrund von “neuen” Gesetzen, die es nirgendwo anders in Europa gibt!

Was macht das angesichts der schlimmsten Finanzkrise seit Jahren für einen Sinn? Möchte Portugal wirklich wie eine von Aschenputtels hässlichen Schwestern dastehen?

Wo man auch hinschaut versinken Familien in ihren Schulden. Wie kann es der Gesellschaft nutzen, den primären Ernährern der Familien Strafen von hunderten von Euro aufzubrummen? Wird nicht jeder kleine Segen, der durch die Polizei in die Staatskasse fließt mit Sicherheit durch den Ekel der Normalbürger gegenüber dem “Mann des Gesetzes” überwogen?

Aufgeklärte Sicherheitskräfte würden die Bevölkerung erst über neue Gesetze informieren und sie vor den möglichen Strafen warnen. Sie würden den Mitbürgern eine Chance geben – eine Chance, die eine positive Auswirkung auf die Zukunft des Landes hätte. Aber nein, es geht nur darum, kurzfristig viel Geld zu machen - auf langfristige Kosten. So läuft es hierzulande auf allen Ebenen, wodurch auch die außergewöhnliche Schönheit der Natur des Landes von Nord bis Süd zerstört wird. Und das Verrückteste daran ist doch, dass wir, die hart arbeitenden, steuerzahlenden, ehrlichen, gebeutelten Leute einen Unterschied machen könnten! Wir müssen nur daran glauben. Die Zukunft HAT bereits begonnen, warum stehen wir nur daneben und lassen alles den Bach runter gehen?

Den Anlass zu diesem Letzten Wort gab ein “Zusammenstoß” eines Freundes mit der Polizei. Dabei ging es um einen Anhänger, über den er zuvor informiert wurde, alles sei absolut rechtmäßig. Ein neues Gesetz verlangt nun die Immatrikulation. Da dieser Freund nicht portugiesisch schreiben kann, haben wir seine Worte für ihn übersetzt – und das Schreiben der PSP Staffel ausgehändigt. Die Beamten verlangen von ihm aber schlicht, eine Strafe von 600 Euro zu zahlen. Er hat das Geld nicht – und in seinem Schreiben erklärt er, warum er meint, dass die Geldbuße absolut ungerechtfertigt ist. Werden die Beamten ihm wohl Gehör schenken?

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