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Ausgabe 729
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Der (ewige) Disput über die Gleichheit der Rechte

In einer konservativen Gesellschaft, wie der portugiesischen der Gegenwart, kann das Ereignis vom 8. Januar in naher Zukunft große Veränderungen bedeuten.
Ana Isabel Fernandes, Ausgabe 609 (14 Jan 2010), Ohne Kommentare »

An dem Tag wurde der Antrag der Sozialisten auf die Eheschließung gleichgeschlechtlicher Paare von den linken Parteien im Parlament genehmigt. Das Thema entfachte Streitgespräche zwischen Befürworten und Gegnern. Aber in der Verfassung der Republik ist einiges über Gleichheit festgeschrieben. Artikel 13, Absatz 2.

“Niemand darf privilegiert, bevorzugt, benachteiligt, jedweder Rechte beraubt oder ausgeschlossen werden aufgrund von Abstammung, Geschlecht, Rasse, Sprache, Herkunft, Religion, politischer Überzeugung oder Ideologie, Bildung, wirtschaftlicher Lage, gesellschaftlicher Konditionierung oder sexueller Orientierung.”

Nichtsdestotrotz gibt es im 21. Jahrhundert noch Fälle, wie den in Uganda, wo eine Gesetzgebung diskutiert wird, die die Todesstrafe für Homosexuelle vorsieht. Eltern und Freunde, die versuchen, diese sexuelle Orientierung geheim zu halten, müssen mit einer Gefängnisstrafe bis zu sieben Jahren rechnen und selbst Vermietern, die ein Haus oder nur ein Zimmer an Homosexuelle vermitteln, droht Gefängnis. Die Völkergemeinschaft übt Druck auf Uganda aus, aber es ist noch unklar, wer die Oberhand behält – Absurdität oder Vernunft.

Trotz all der Vorurteile, die in unserem Land wie in der ganzen Welt herrschen, gibt es diejenigen, die den Kampf nicht aufgeben und sich für die Gleichberechtigung einsetzen. Ein Beispiel ist ein aktueller Fall in den Vereinigten Staaten. Am 12. Januar 2010 erschienen Kristin Perry und Sandra Stier, sowie Jeffrey Zarrillo und Paul Katami vor Gericht, um ihr Recht auf Eheschließung einzufordern. Das Urteil des Gerichtes wird wohl für die Zukunft der Eheschließung zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren in ganz Amerika entscheidend sein. Aber zurück nach Portugal. Der Gesetzesvorschlag zur Eheschließung zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren liegt nun in den Händen des Verfassungsgerichtes. Wie auch immer die Entscheidung ausfällt, eines ist sicher: Homosexuelle Paare haben das Recht auf Familie und Glück, wie jeder andere auch.

Ein anderes Thema, das Kontroversen hervorruft, ist, ob diese Paare ein Recht auf Adoption haben. Die traditionelle und biologische Logik wähnt einen Vater und eine Mutter für ein Kind. Das macht es vielleicht etwas schwierig, einem Kind zu erklären, warum es zwei Väter oder zwei Mütter hat.

Die Adoption seitens eines homosexuellen Paares schafft ein neues Familienmodell, das in den Augen der Konservativen ein Fehltritt scheint. Aber was sagen diese zu heterosexuellen Paaren, die ihre Kinder vernachlässigen? Oder zu denen, denen häusliche Gewalt widerfährt, die oftmals aus Scham der Opfer nicht ans Tageslicht kommt? Oder zu Missbrauch Minderjähriger in sogenannten „normalen“ Familien?

Ist es letztendlich nicht viel wichtiger, dass Eltern – auch gleichen Geschlechts – die nötigen Voraussetzungen mitbringen, ein Kind groß zu ziehen? Aus welchem Grund sollten homosexuelle Paare nicht ebenso gute Mütter oder Väter sein können wie ein heterosexuelles Paar?

Vielleicht ist es einfach an der Zeit, dass die Gesellschaft lernt, toleranter zu sein.

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