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Entzieht die Waffen denjenigen, die respektlos damit umgehen!

An der Algarve gibt es nur noch wenige Wildtiere infolge der Auswirkungen der Jagd und der Zerstörung ihrer natürlichen Lebensräume. Doch unter dem Deckmantel der Tradition verfolgen viele lokale Jäger – vor allem jene ohne die finanziellen Mittel, um in die Jagdreservate in andere Teile des Landes oder ins Ausland zu reisen – weiterhin ihren bevorzugten Zeitvertreib in unserer Region. Die Wildtiere sind weiterhin das Ziel der Flinten, als wäre es irgendwie nötig, um die Ernährung der Familie zu sichern oder seine Männlichkeit unter Beweis zu stellen.
Einige Jäger, mit denen ich gesprochen habe, klagten, dass die Jagd zu einer Sucht geworden ist, wie das Rauchen. Andere berichteten mir, dass das Beste an einem Jagdtag das Zusammentreffen mit den anderen ist, mit Speis und Trank im Überfluss, auch wenn nichts erjagt wurde. Wieder andere rechtfertigen die Jagd mit dem Spazierenführen ihrer Hunde, die oftmals nur an eben diesen Tagen aus ihren Zwingern kommen.
Apropos Hunde: Leider ist festzustellen, dass viele der Jagdhunde schlecht behandelt werden, obwohl Gesetze zum Schutz der Tiere in Portugal existieren, die aber nicht einmal das Papier wert sind, auf dem sie geschrieben wurden.
Flora und Fauna werden von einigen Jägern zertrampelt und zerstört und paradoxerweise liegen die meisten Jagdgebiete in geschützten Zonen (REN, RAN, Naturparks und anderen).
Ein Spaziergang in der Natur reicht aus, um eine enorme Anzahl an leeren Plastikkartuschen zu finden, die hinterlassen wurden – obwohl wir heute wissen, dass Plastik und Metall wie Blei, das als Munition verwendet wird, nicht biologisch abbaubar ist! Und als würde das noch nicht reichen: der Sonntag ist traditionell der Jagdtag, obgleich es der Tag der Erholung für viele, die während der Woche arbeiten, sein sollte. Aber das Problem ist natürlich nicht die Jagd an sich. Wenn sie kontrolliert ist, ist sie gesund und kann dazu dienen, Arten zu kontrollieren und die Natur zu schützen.
In anderen Ländern müssen Jäger, im Gegenzug zur Jagd, regelmäßig an Umweltaktionen teilnehmen, um Flora und Fauna zu erhalten und zu schützen. Es handelt sich um einen obligatorischen Teil der Jagdausbildung, die unter anderem die aktive und regelmäßige Teilnahme an Wiederaufforstungs- und Müllsammelaktionen beinhaltet.
An der Algarve wird auch unkontrolliert in Gegenden nahe von Wohn- und Erholungsgebieten geschossen (zum Beispiel ist Rocha da Pena, in Loulé, wo sich häufig Spaziergänger und Familien aufhalten, voll mit leeren Hülsen).
In Spanien sind die Jagdgebiete weit weg von der Bevölkerung und auch als solche anerkannt. An der Algarve ist das nicht so. Darüber hinaus sind die Anforderungen zum Erlangen der Lizenz zum Jagen und für den Waffenbesitz in Portugal leichter zu erfüllen.
In Deutschland, zum Beispiel, werden die genannten Lizenzen nur den Personen erteilt, die eine Eignungsprüfung auf hohem Niveau bestehen. Sind die hiesigen niedrigen Anforderungen eine Konsequenz des niedrigen Bildungsniveaus (und Analphabetismus) Portugals, das unglücklicherweise immer noch in der Bevölkerung zu finden ist? Oder die Folge eines schlechten Bildungssystems oder des Einflusses der Waffen-Lobbies? Es scheint mir ein wenig von allem.
In den Naturschutzgebieten, sei es im Naturpark der Costa Vicentina oder bei Barão de São João, nahe Lagos, hört man oft das Knallen von Schüssen. Sowohl donnerstags, sonntags, als auch an Feiertagen wird die Ruhe der Natur von den Schüssen durchbrochen.
Am Sonntag – dem einzigen Wochentag, an dem ich nicht arbeite und bis 10 Uhr schlafen möchte – hallen die Schüsse schon vor Sonnenaufgang! Privateigentum wird regelmäßig missachtet und vor den Häusern wird gejagt, ohne etwaige Sicherheitsabstände einzuhalten. Die Zucht von Hunden ist auch mit der Jagd verbunden. Für viele Jäger lohnt es sich, mehr als ein Dutzend Hunde zu besitzen, die sie an ihre Gefährten vermieten. Diese Tiere werden für finanzielle Zwecke genutzt und ohne angemessene Bedingungen in Zwinger weggesperrt. Ihr Bellen stört die Nachbarschaft, was die Besitzer wenig kümmert.
Hunde und Nachbarn werden gezwungen, den Jagdinstinkt der Männer hinzunehmen. Ist diese Brutalität ebenfalls Folge der schlechten Schulbildung? Ich denke, es wäre eine zu einfache Entschuldigung. Vor 25 Jahren, als noch nicht in jedem Haushalt und den öffentlichen Einrichtungen der Algarve Fernseher standen, und vor der Gier auf Autos, gab es seitens der Menschen mehr Respekt gegenüber der Natur. Im Zusammenhang mit der Jagd ist auch anzumerken, dass die portugiesischen Behörden hinsichtlich der Anerkennung der Jagdlizenzen anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union seit jeher Schranken setzen.
Die Grundsätze der gegenseitigen Anerkennung von Qualifikationen für die Jagd zwischen den Mitgliedstaaten sind ihnen offenbar fremd. Aber dieser Mangel an europäischem Bewusstsein ist nicht überraschend: In meinem Besitz befindet sich eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs in Lissabon, in der die Schweiz als Mitglied der Europäischen Union beschrieben wird...








