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Ausgabe 729
2012-05-17 > 2012-05-23
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Unkonventionelle Methoden.. Ja, das wär´s vielleicht!

Ich erinnere mich, auf einer besonders unbequemen und langsamen Busfahrt den Fahrer sagen zu hören, dass es sehr einfach wäre Staus und andere Verkehrsbehinderungen zu beenden: Es würde ausreichen, wenn zu gewissen Zeiten nur Fahrzeuge fahren dürften, die vollständig bei den Banken abbezahlt wurden!
Bruno Filipe Pires, Ausgabe 695 (15 Sep 2011), Ohne Kommentare »

Wer weiß, ob dieser Fahrer nicht einen großen Politiker abgegeben hätte? Ich erinnerte mich daran, wegen der jüngsten Äußerungen des EU-Kommissars für Energie, einem Deutschen namens Günther Oettinger.

In einem Interview mit der deutschen Zeitung «Bild» unterbreitete Oettinger eine Lösung zur schnellen Bewältigung der Krise in der Eurozone. “Es gibt den Vorschlag, die Flaggen von Schuldensündern vor den EU-Gebäuden auf Halbmast zu setzen”, sagte er.

Für diesen deutschen 57jährigen Kommissar, “wäre die Maßnahme zwar nur ein Symbol, hätte aber einen hohen Abschreckungseffekt”, so das Mitglied der Partei von Angela Merkel.

Laut Oettinger sollte die EU “unkonventionelle” Methoden nutzen, damit die Griechen sich verstärkt um die Lösung ihrer Probleme kümmern.

Könnte Druck auf die “sündigen” Euro-Nationen durch die Demütigung ihres nationalen Symbols irgendetwas bewirken? Oder eine “große Abschreckung” sein?

Die Antwort mag in der Vergangenheit liegen, die der universelle Schlüssel zum Verständnis der Gegenwart ist und manchmal sogar Prognosen für die Zukunft erlaubt (sagen die Wissenschaftler).

In der Tat wurden bereits “unkonventionelle” Methoden in Europa angewandt (zur Lösung gewisser unbequemer Fragen) und gemäß dem, was uns erreichte, war es nichts Schönes.

Aber wir haben auch hier einige originelle Vorschläge. Ein Beispiel?

Der Vorstand der Ärztekammer hat dem Gesundheitsminister, Paulo Macedo, die Einführung einer Steuer auf Fast-Food vorgeschlagen.

Unser ehrenwerter Doktor José Manuel Silva will “ungesunde Lebensmittel wie Salz, Hamburger, die giftigen Beutel Pommes und Dutzende Sorten von Junk-Food” versteuern.

Niemand bei klarem Verstand verteidigt Fast-Food, aber durch neue Steuern von dessen Verzehr abhalten zu wollen, geht wohl doch etwas zu weit. Zuerst lassen sie Einkaufstempel entstehen und dann wird versucht, die Veränderungen in den Ernährungsgewohnheiten der Portugiesen mit repressiven Maßnahmen abzufangen? Alles im Zuge der “abschreckenden Wirkung”, wie gesagt?

Also warum nicht auch die traditionellen Würste und Räucherware, Würstchen, gesalzene Schinken, Käse mit einem überdimensionierten Anteil an tierischem Fett oder überzuckerte Süßigkeiten unserer Gastronomie versteuern?

Vielleicht bräuchten wir dann unsere Flagge nicht auf Halbmast zu sehen...

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