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Keine Abschaffung der Kurzwellensender

Die letzte offizielle Dummheit ist das Aufheben des Kurzwellensenders RTP Internacional, eine öffentliche Dienstleistung an alle auf der ganzen Welt verstreut lebenden Portugiesen.
Das Argument von RTP basiert auf der Annahme, dass sich die Zahl der Hörer reduziert hat. Laut der Fachleute aus Lissabon ist die Kurzwelle veraltet. In einer Welt voll neuer Technologien, wie das Internet und in der es nicht an Kabel- und Satellitenkanälen mangelt, macht der Erhalt der Kurzwelle keinen Sinn.
Auch wenn dies der Wahrheit entsprechen würde, einen Platz für alte Methoden gibt es immer. Kurzwellensender werden beispielsweise von Leuten, die sich auf Hochsee, in weniger zugänglichen Gegenden oder sonst wo auf dieser Welt befinden, benutzt.
Es handelt sich um eine einfache und billige Art und Weise, mit dem Land in Verbindung zu bleiben. Sie werden von älteren Leuten benutzt, die einsam im Ausland leben und mit dem Radiosender einen treuen Begleiter gefunden haben.
Kurzwellen sind Radiofrequenzen zwischen 3 und 30 Megaherz (MHz). Sie werden in der Ionosphäre reflektiert und erzielen eine große Reichweite. Diese Dienstleistung wurde in Portugal im Jahr 1954 eingeführt. In Europa, Afrika, Brasilien, Nordamerika, Venezuela und im Mittleren Osten wurden durchschnittlich zirka 50 Stunden pro Tag ausgestrahlt.
Seltsam ist auch, dass RDP im Jahre 2002 zwei Millionen Euro in die Verbesserung des Senders gesteckt hat und später im Jahre 2005 weitere 3.338.000 Euro, um das Sendezentrum der Kurzwellen zu modernisieren, das somit für den zukünftigen Standard des weltweiten Digitalrundfunkes (Digital Radio Mondiale) gerüstet ist.
Und nun?
Wird dieses Geld einfach aus dem Fenster geworfen?
Damals wurde gesagt, dass “die Kurzwellen global gesehen ein strategisches Ziel von nationalem Interesse darstellen und genauso wichtig sind, wie das Vertreten relevanter Interessen eines Staates auf internationaler Ebene”. Alles nur leeres Gerede?
Die Entscheidung hat auf der ganzen Welt Proteste hervorgerufen und sogar das Arbeitersyndikat des Senders RTP hat sich dagegen ausgesprochen und bezeichnet den Entscheid als “verfassungswidrig, illegitim, unzeitgemäß und verantwortungslos”.
Laut der Mitarbeiter des staatlichen Senders könnte Geld eingespart werden, indem “die 66 Arbeitsfahrzeuge (Treibstoffverbrauch und Instandhaltung), die den Angestellten der Chefetage zustehen und 600 tausend Euro pro Jahr kosten, aufgegeben würden.
Ein armes Land, unaufhaltsam ärmer und dümmer.







