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Leben ohne Geld?
Lernen Sie zwei arme Profi-Schlucker kennen

Der medienwirksamste Fall ist wohl der Ire Mark Boyle, ein enttäuschter Ökonom, der seit zweieinhalb Jahren ohne Geld lebt.
Inspiriert von der Grundphilosophie Ghandis lebt er auf einem Biohof in einem Wohnwagen in der Nähe von Bristol, England. Kürzlich legte er mit seinem Fahrrad 5000 Kilometer zurück und erreichte Porto, wo er an einer Veranstaltung teilnahm und erläuterte, wie er ohne Bankkonto, feste Arbeitsstelle und ohne Luxus ein glückliches Leben führen kann.
Boyle verfechtet die Rückkehr zum Tauschhandel und ist überzeugt, dass das schlechte Sozial- und Umweltbefinden auf den Mangel an Selbstproduktion von Gütern, die die Menschen brauchen und konsumieren, zurückzuführen ist.
Er schrieb das Buch «The Moneyless Man», in dem er sein erstes Jahr außerhalb der Geldwirtschaft beschreibt und das bereits andere Menschen dazu veranlasst hat, es ihm gleich zu tun. Seine Ideen gewinnen im Internet Formen unter «The Freeconomy Community».
Das Leben des Iren ist absolut spärlich. Er wäscht seine Wäsche im Fluss, pflanzt seine Nahrungsmittel an, tauscht Waren mit Nachbarn und verwertet genußreife Lebensmittel, die im Begriff sind, vergeudet zu werden, wie beispielsweise von Restaurants. Das soziale Leben spielt sich am Lagerfeuer ab, unter Freunden und mit Musik. Er betitelt sich selbst als ehrlich, frei und glücklich.
Ein anderes interessantes Beispiel (obwohl weniger in den Medien) bildet die deutsche Zuwanderin Heidemarie Schwermer, 69 Jahre alt. Lange Jahre arbeitete sie als Physiotherapeutin und Lehrerin in Dortmund.
Eines Tages wurde ihr bewusst, dass sich ihr Leben auf das Arbeiten und somit das Geld verdienen beschränkte, um Dinge, notwendige und unnütze, zu erstehen.
In ihrem Berufsleben lernte Schwermer endlos viele Menschen kennen, die unter Depressionen oder Frustrationen leideten, weil sie entweder bis zum Exzess arbeiteten und keine Freizeit hatten oder nicht genügend verdienten, arbeitslos waren und sich nutzlos fühlten.
Im Jahre 1996 hatte Heidemarie die Idee, einen Tauschclub zu gründen, der erste Deutschlands, wo Menschen ohne Zwang Güter und Dienstleistungen tauschen konnten. Nachdem sie ihre Kinder großgezogen hatte und beflügelt vom Erfolg ihrer Idee, beschloss sie, alles hinter sich zu lassen und ihr Leben grundlegend zu ändern.
Sie verließ ihre Wohnung, verschenkte alles Freunden und Familienangehörigen und begann ein neues Leben – ohne Geld. Unmöglich? Tatsache ist, dass die ehemalige deutsche Lehrerin seit 14 Jahren so lebt. Ihre Erfahrungen werden in Kürze in einem Dokumentarfilm unter dem Titel «Living without money» gezeigt.
Der Zeitpunkt wird im Internet auf http://justfortheloveofit.org/ bekannt gegeben. Extreme Beispiele, die aber mit Bestimmtheit eine Inspiration in unserem heutigen Leben sind.







