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Algarve, ein Paradies für tropische Früchte

Mitte der 80er Jahre hatte ein autodidaktischer Produzent eine innovative Idee. Nach der Pensionierung verbrachte er seine Freizeit auf dem Familienbesitz, in der Gegend von Olhão, auf eine unorthodoxe Art und Weise: Er begann tropische Früchte anzubauen.
Bruno Filipe Pires, Ausgabe 672 ( 7 Apr 2011), Ohne Kommentare »
Bruno Filipe Pires

Er begann mit der Produktion von Bananen - etwas, was er noch heute tut. Dann war da die Skepsis der Behörden, da er sich an exotischere Dinge wie Papaya, Avocado, Passionsfrucht, Mango und Karambole (dekorative, essbare Früchte, die man meist in den Supermarktregalen aus Malaysia importiert findet) wagte.

Im Laufe der Jahre konnte er in moderne Gewächshäuser investieren und mit anschauen, wie sein Hobby eine Nische belegte, die auf landesweiter Ebene konkurrenzlos ist. Dennoch möchte er diskret bleiben (er bat uns um Anonymität) und klebt nur ein kleines Etikett mit den Worten “Obst der Algarve, natürlich gereift” auf die Kisten. Das bedeutet, dass die Frucht am Baum bleibt, bis sie nahezu reif genug für den Verzehr ist.

Die Papayas und Bananen sind in erster Linie für den regionalen Markt bestimmt – kleine Lebensmittelgeschäfte, Einzelhändler und Supermärkte. Die Bananen sind momentan fast ausverkauft, da die Verbraucher sie denen aus Kolumbien und Ecuador vorziehen. Der Rest der Produktion hat definiertere Bestimmungen.

Die Mangos werden zum Beispiel ab Juli geerntet und die Saison dauert bis Dezember. Im Schnitt wiegt jede Frucht über 250 Gramm und das meiste der Produktion kommt auf den Markt von Lissabon (MARL). Die Avocados gehen nach Malaga, die Saison beginnt im Oktober und endet im März/ April. Doch sie gelangen nicht allein auf den Lebensmittelmarkt. In Spanien werden sie auch für die Kosmetikindustrie genutzt.

Die Maracuja ist für den regionalen Markt bestimmt, und in diesem Jahr rechnet unser Produzent schon im kommenden Monat mit einer Ernte von einigen Tausend Kilo. Unterm Strich klagt dieser Hersteller über die hohe Abgabenbelastung als Haupthindernis.

Interessanterweise besagte eine Studie von OMAIAA (Observatório dos Mercados Agrícolas e Importações Agro-Alimentares) von Januar 2011, dass “sich die Portugiesen zu exotischen Früchten hingezogen fühlen”, und dass der Obstimport-Sektor in den letzten zehn Jahren “hoch defizitär” sei, in einem Land mit immer mehr Importen.

Abschließend hat die Studie der portugiesischen Regierung geraten, “bessere Bedingungen für die Gewinnung, Verarbeitung, Vermarktung und Verteilung zu schaffen, um die regionalen, lokalen und traditionellen Produzenten zu ermutigen.”

Hat denn niemand zugehört?

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