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Ausgabe 729
2012-05-17 > 2012-05-23
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Stehlen ist eine Schande!

Wir durchleben eine Art Horrorkomödie. Vor kurzem war ich mit dem Präsidenten der “Cáritas Diocesiana do Algarve” in ein informelles Gespräch verwickelt, der mir bestätigte, wie unheilvoll die soziale Situation in der Region ist. Ihm zufolge erschwert sich das Problem durch die Tatsache, dass sich viele Menschen ob ihrer Schwierigkeiten, die durch unerwartete Arbeitslosigkeit verursacht wurden, schämen. Schlimmer ist, dass die Kinder die ersten sind, die unter den Folgen zu leiden haben.
Bruno Filipe Pires, Ausgabe 670 (24 Mär 2011), Ohne Kommentare »

Soweit ich mich erinnere, tauchte das Problem mit der “beschämenden Armut“ 2007 erstmals in den Medien auf. Seitdem wächst es unaufhörlich. In der Hektik des Alltags hören und sehen wir zunehmend demoralisierte Menschen. Mit den (neuen) Sparmaßnahmen werden besonders diejenigen bestraft, die sich bereits in einer prekären Lage befinden, und so entsteht ein Teufelskreis. Das Geld zirkuliert nicht, die Geschäft schlieβen, es wird Arbeitslosigkeit generiert.

Die Erklärung, die gefunden wurde, ist, dass eine "Kultur der Zurschaustellung" geschaffen wurde. Ein verzerrtes und unmoralisches Bild der Gesellschaft, in der jeder nach dem beurteilt wird, was er zu zeigen hat (je mehr, je besser).

Es geht so weit, dass einige Leute, die die Institutionen um Hilfe bitten, mit Sonnenbrille und Kapuze auf dem Kopf auftauchen, um nicht von ihren Nachbarn erkannt zu werden! Sie schämen sich, ihre Notlage zu zeigen, besonders vor denen, die sie kennen. Zusätzlich zu dem materiellen Leiden, isolieren sie sich in einer Angst, die sehr schwerwiegende psychische Folgen hat.

Eine gute Nachricht ist, dass eine Supermarktkette bis zum Ende der Woche landesweit 50.000 Euro in Gutscheinen ausgeben wird, die gegen Lebensmittel eingetauscht werden könnnen.

Unsere Region wird bei dieser Kampagne besonders berücksichtigt, da man zu dem Schluss kam, dass es hier die meisten Notdürftigen gibt. Fast alle haben schon einen Bestimmungsort, und Portimão erwartet, einen großen Teil zu erhalten. Es ist eine sofortige und vertrauliche Erleichterung für diejenigen, die sich “beschämt“ fühlen.

Zudem wird Ostern auch eine Erhöhung des Fonds der Caritas bringen, mit dem geholfen werden soll, Mietverzüge oder überfällige Rückzahlungen für Wohnungsbaukredite auszugleichen.

Es gibt noch andere Formen der Unterstützung, die bei bestimmten Kriterien Anwendung finden können (zum Beispiel das Programm für überschüssige Lebensmittel der Europäischen Union). Nach dem, was wir alle wissen, ist es eine Schande zu stehlen, aber nicht, um Hilfe zu bitten!

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