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Überleben, unsere Reality Show

Mit nicht viel mehr als einem Taschenmesser in der Hosentasche treten sie Feindlichem aller Art gegenüber. Die Heldentaten sind spektakulär - sie stürzen sich von erschreckend hohen Klippen; springen aus Flugzeugen mitten ins Niemandsland; begeben sich in Gletscherspalten und unter Lawinen; sie wandern barfuß durch den Dschungel voller giftiger Tiere; sie marschieren durch die Wüstenhölle.
Wenn sie Hunger verspüren, essen sie Steine, Insekten und Raupen. Wenn sie durstig sind, pressen sie die Innereien von Schlangen aus (oder schlimmeres). Es gab sogar ein Paar, das in der afrikanischen Savanne unter hungrigen Löwen geschlafen hat!
Allerdings glaube ich nicht, dass die Tapferkeit dieser Helden im Fernsehen mit der gleichzusetzen ist, mit der es immer mehr Portugiesen zu tun haben, um ihr Überleben in einem Umfeld, sicherzustellen, das ebenfalls zunehmend feindlich ist (das eigene Land nämlich).
In einer der letzten Ausgaben der Tageszeitung «Público» berichten einige Leser aus ihrem Leben. Wie zum Beispiel Sandra Fonseca, die als Reinigungskraft an der Universität der Algarve arbeitet und, gemeinsam mit ihren zwei Kindern, wieder in ihr Elternhaus ziehen musste, um ihr Überleben zu sichern. Heute leben sie zu sechst in einer 2-Schlafzimmer-Wohnung in Faro.
Oder der Fall von Adriana Dimas, die von 550 Euro im Monat lebt und als Kellnerin in einem Restaurant arbeitet. Es ist bewundernswert, mit welcher Entschlossenheit und Selbstaufopferung Tausende von Portugiesen voranschreiten - sie springen von den Klippen einer Wirtschaft, die mindestens seit elf Jahren kein Wachstum mehr erfahren hat.
In der Zeitung “i” stand, dass 70 Prozent der portugiesischen Haushalte gefährdet sind. Und es wird auch erklärt, warum. Laut der Daten der Generaldirektion für Steuern gibt es 3,3 Millionen Haushalte (70% insgesamt), die brutto monatlich im Schnitt 1.200 Euro oder weniger verdienen.
Darunter sind 2,7 Millionen Familien, die von weniger als 800 Euro im Monat leben. Und wie «i» verlauten ließ, stehen dem “portugiesischen Fest” noch weitere Herausforderungen bevor: ein Anstieg der Zinsen (und damit eine Erhöhung der Hypotheken), noch teurerer Kraftstoff, neue Autobahngebühren, ein Preisanstieg für Lebensmittel und die Aussicht auf weitere Sparmaßnahmen (Steuern).
Der Unterschied zwischen uns und den Reality Shows der Überlebenskünstler im Fernsehen ist, dass die tapferen Helden dort immer am Ziel ankommen. Unsere schaffen es niemals irgendwo hin.








