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Ausgabe 729
2012-05-17 > 2012-05-23
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Ein Relikt? Ein industrielles Erbe? Was ist das Ding, das da vor der Tür der regionalen Delegation des portugiesischen Jugendinstituts (IPJ) in Faro vor sich hin rottet? Es ist schon so lange dort, dass es keinem mehr auffällt. Es ist unsichtbar geworden. Wäre es nicht so hässlich, wäre es bereits Teil der Landschaft.
Ausgabe 663 ( 3 Feb 2011), Ohne Kommentare »

Aber es ist nicht vom Himmel gefallen. Es hat zwar keine Würde, aber eine Biografie. Anfang der 1990er Jahre wurde ein Programm namens INFOCID geschaffen (Abkürzung des pompösen Namens “Sistema Interdepartamental de Informação ao Cidadão”/ Interfakultäres Bürger- Informationssystem). Die Idee war ambitioniert und modern und hatte zum Ziel, die Bürger mit Informationstechnologie interagieren zu lassen, während sie sich über verschiedene Aspekte des Landes informieren.

Wie der damalige Premierminister António Guterres sagte, wären diese elektronischen Kioske ein “einmaliges Fenster in die öffentliche Verwaltung” und ein “Ort von transzendenter Bedeutung für eben diese in Portugal”.

Mit Enthusiasmus und Unterstützung aus dem EU-Topf, entstanden zig dieser Einrichtungen im ganzen Land. Auch heute noch gibt es einige von ihnen - verlassen, Bürgersteige und Wege blockierend, wo sie strategisch für die Portugiesen eingerichtet wurden, um an Computern zu arbeiten (in der Hoffnung, dass diese funktionieren würden).

Laut einer Quelle nahe des IPJ Faro (die lieber anonym bleiben möchte) hat aber eben dieser hier “nie sehr gut funktioniert”.

Tatsächlich gab es eine Zeit, in der demjenigen ein Hummer geboten wurde, der einen ohne größere Probleme funktionierenden INFOCID findet. Es scheint, dass das Tier diese Herausforderung ohne größere Probleme überlebt hat.

Aber das Merkwürdige ist, dass der Klotz wahrhaft in die Metallstruktur der Tür der IPJ Faro eingelassen ist. Wer immer das furchtbare Teil da installiert hat, tat das mit der Absicht, dass es bis in alle Ewigkeit dort bleibt. Klar, wäre es ein Geldautomat oder etwas von Wert, hätte es wahrscheinlich schon jemand mit einem Bagger gestohlen.

Heute, wo es kein Geld mehr für zukunftsweisende Projekte für die Öffentlichkeit gibt, und sogar die Kinderzulagen für Familien beschnitten werden, ist es auch nicht ratsam das Gerät dort zu entfernen. Es würde ein Loch in der Wand hinterlassen und wahrscheinlich gäbe es kein Geld, um das zu überdecken. Es bleibt besser, wo es ist. In der Hoffnung auf bessere Tage - wie wir alle.

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