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Ausgabe 729
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Erneuerbare Energien & zukunftsfähige Mobilität

Neue Energien für eine alte Welt

Energie ist eine große Herausforderung für das 21. Jahrhundert. Erdöl wird kontinuierlich teurer. Das Vorkommen dieses Rohstoffes schmilzt. Die Erdeerwärmung und Umweltverschmutzungen nehmen zu, so dass der Technologiewandel hin zu alternativen Energien nicht nur eine Frage der Lebenseinstellung und Umwelt ist, sondern ein Problem für das Überleben darstellt. António Brito, ein Jurist mit einer großen Leidenschaft für erneuerbare Energien, hat vor sechs Jahren begonnen, das Beste, was der Markt zu bieten hat, an die Algarve zu bringen. Zusammen mit der informellen Gruppe «Algarve renováveis» und in Partnerschaft mit lokalen Behörden hat er der Öffentlichkeit vor Augen geführt, welche Möglichkeiten es gibt, die Welt zu verändern. Die nächste Tagung namens «IV Expo Energias Renovávais & Mobilidade Sustentável» (Erneuerbare Energien & zukunftsfähige Mobilität) findet vom 19. bis 22. September an der Avenida Marginal in Monte Gordo statt.
Bruno Filipe Pires, Ausgabe 588 (13 Aug 2009), Ohne Kommentare »
Bruno Filipe Pires
António Brito

Eine Interessengruppe, die voll guter neuer Umweltideen steckt und sich aktiv für den Umweltschutz einsetzt, organisiert seit 2006 Ausstellungen zum Thema erneuerbare Energien, wobei auch umweltfreundliche Fahrzeuge (vorzugsweise mit Null-Emission) und Solar-Öfen vorgestellt werden.

Die Idee war, den enormen Informationsmangel zu diesem Themenbereich mit praktischen Beispielen etwas zu beheben. Das Konzept wuchs dank dem Interesse und der Unterstützung von zumindest zwei Gemeinden der Algarve. Heutzutage finden in der Region pro Jahr zwei Veranstaltungen statt, die sich diesem Thema widmen.

Die etwas kleinere Ausstellung mit Schwerpunkt auf die Technik der Solarenergie findet in Quarteira statt. Die zweite, die sich den Elektroautos widmet, findet demnächst in Monte Gordo statt. „Es handelt sich um eine interaktive Ausstellung. Die Besucher können die Autos testfahren und lernen die Modelle, die zurzeit auf dem Markt erhältlich sind, kennen“, sagt António Brito.

„Es ist bemerkenswert, dass es Prospekte und Werbung jeglicher Art für alle umweltverschmutzenden Fahrzeugen gibt, wir jedoch nichts dergleichen über Elektrofahrzeugen finden. Wir hängen am Benzin fest. Was wir aber wollen, ist eine echte energetische Unabhängigkeit“, sagt er.

„Heutzutage ist es wirklich möglich, ein Elektrofahrzeug zur Deckung der täglichen Bedürfnisse zu benutzen. Es gibt wissenschaftliche Studien, die zeigen, dass weltweit 90 Prozent der Leute täglich Strecken unter 50 Kilometer fahren“, erklärt er weiter.

„Aber was die Leute nicht wissen: Einige Teilnehmer des Motorradtreffens in Faro sind von Lissabon mit ihrem Elektroroller angereist. Es gibt eine Firma, die ein richtiges, batteriebetriebenes Motorrad herstellt, das eine Geschwindigkeit von 120 km/h erreicht“.

Ein Roller, der beispielsweise nur 1.300 Euro kostet, braucht lediglich 40 Cent auf 100 Kilometer. Das ist außergewöhnlich billig, bequem, umweltfreundlich und macht keinen Lärm. Der Roller braucht weder Öl noch Wartung“.

Wie dem auch sei, die Veranstaltung in Monte Gordo ist nicht nur eine Ausstellung verschiedener experimenteller Fahrzeuge, sondern bietet auch Tipps für das Alltagsleben.

Auch elektrische Fahrräder stellen eine Alternative dar. „Sie unterscheiden sich nicht von den herkömmlichen. Der Motor ist sehr klein, und die Batterien wiegen nur zwei Kilo. Das ist aber ausreichend, um ungefähr 60 Kilometer zu fahren, ohne in die Pedale treten zu müssen. Falls Sie das aber doch tun möchten, können Sie problemlos die Algarve durchqueren! Zur Auswahl stehen verschiedene Modelle, vom Mountainbike bis hin zum Stadtrad. Sie kosten um die Tausend Euro, haben einen Aluminiumrahmen, Stoßdämpfer und Scheibenbremsen“, sagt er.

Wer davon träumt, niemals mehr Geld für Benzin auszugeben, der wird allerdings noch etwas warten müssen. Dennoch sind Elektroautos bei weitem keine Neuheit mehr.

„Elektrofahrzeuge gibt es seit 1865. Und um 1900 gab es weltweit mehr Elektrofahrzeuge als Autos mit Verbrennungsmotoren. Sie sahen einem Karren ähnlich und es gab verschiedene Hersteller“, erzählt Brito.

„Aber es war viel einfacher, ein internationales Netzwerk von Tankstellen mit flüssigem Brennstoff zu errichten, als die Häuser mit Strom zu versorgen.“. Hier in Portugal war die Stromversorgung sehr verzögert und erst gegen Ende der siebziger Jahre im ganzen Land zu finden.

Zurzeit weisen die Elektroautos, die in Portugal verkauft werden, eine maximale Leistungsfähigkeit auf, die keine 100 Kilometer erreichen. Eine Lösung könnte das gemeinsame Projekt von Nissan und Renault sein, bei welchem die Autofahrer die Batterie auf der Reisestrecke austauschen, bis sie ihren Bestimmungsort erreicht haben.

„Ein Elektroauto setzt sich nur aus einem Drittel der Teile eines konventionellen Autos zusammen. Diese Technologie aber hat den Markt noch nicht erobert. Fehler im Marketing und die Macht der Erdöl-Lobbies sind wohl die Gründe dafür.

In Ländern wie Frankreich wurde der Citroën Saxo ohne Batterie verkauft. Die Leute mussten sich eine Batterie leihen, was relativ teuer war. Deshalb kauften nur die Post und die Stadtverwaltungen dieses Fahrzeug. Auch wurde keine Werbung gemacht“, gibt er zu bedenken.

Brito ist der Meinung, dass die Regierung „entscheidende Schritte“ unternommen hat, um den Sektor zu unterstützen. „In Portugal ist jedes Elektrofahrzeug, neu oder gebraucht, das importiert wird, von der Steuer befreit“, sagt er.

Die Veranstaltung möchte ebenfalls andere Verwendungszwecke und Nutzungsmöglichkeiten dieser Energien aufzeigen. Heutzutage kann fast jeder Interessierte, Energie für den Eigenbedarf produzieren und sogar verkaufen.

Die Veröffentlichung des Gesetzesartikels 363/2007 vereinfacht das Verfahren, das auch als „Mikroproduktion“ bekannt ist. Es geht darum, dass der Konsument selbst Energie produziert und zwar mit Solarpaneelen, Windmühlen oder anderen technischen Hilfsmitteln.

Ein Beispiel: Mit einer Investition von ungefähr 20 Tausend Euro kann soviel Energie erzeugt werden, dass der Überschuss an das öffentliche Netz verkauft und ein Gewinn von 300 Euro pro Monat erzielt werden kann. 25 bis 30 Meter auf dem Dach eines Hauses, das nach Süden ausgerichtet ist, reichen bereits aus. Es gibt ein gesetzliches Maximum, das aber genügt, um ein Höchstmaß an Dividenden zu garantieren“, regt er an.

„In Faro, zum Beispiel, gibt es einen großen Block mit 130 Wohnungen, deren Eigentümer monatlich eine fette Stromrechnung aufgrund der vier Aufzüge bezahlen. Alle Eigentümer sind sich einig, ein ähnliches System zu kaufen und zu installieren, um keine Stromrechnungen mehr begleichen zu müssen.“.

Über saubere Energie zu sprechen, ist nicht jedermanns Sache. In der jüngeren Vergangenheit wurde die Installation der ersten Solarpaneele fast landesweit von inkompetenten Technikern durchgeführt. Kommt hinzu, dass die Qualität der Systeme eher zweifelhaft war. „Natürlich schadet so etwas dem Image der Solarwärme“.

Heute gibt es mehr als 400 Unternehmen auf dem Markt, die alle möglichen Lösungen für die Solartechnik anbieten. Die Mehrheit der Produkte steht unter einer sieben- bis zehnjährigen Garantie und hat eine Lebenserwartung von mehr als 20 Jahren.

Mit der Anzahl an Sonnenstunden, mit der die Algarve uns 365 Tage pro Jahr verwöhnt, „gibt es kaum noch einen Grund, Gasdurchlauferhitzer im Haus zu installieren. Außerdem gewährt die Regierung Steuererleichterungen und unterstützt die Anschaffung.“

„Die meisten Menschen sind eher Ökonomen als Ökologen. Wenn es zwei Cent mehr kostet, Ökologe zu sein, vergessen viele gleich ihr Interesse an unserem Planeten. Glücklicherweise schaffen verschiedene Grundlagen eine Basis, die es erlaubt, dass Ökonomie und Ökologie Hand in Hand gehen können“, schließt er.

Verschiedene Unternehmen an der Algarve nutzen bereits erneuerbare Energien. Es wird beispielsweise für die Bootsfahrten in der Ria Formosa ein Solarboot eingesetzt und in der Altstadt von Faro vermietet ein Unternehmen Stehroller. Es gibt verschiedene Beispiele, wie eine Firma sowohl rentabel als auch umweltbewusst sein kann. Es existiert ein Taxiunternehmen mit Elektrorikschas und der Landkreis Silves erwarb ein Elektrofahrzeug für die Straßenreinigung.

Gemäß einer Bestandsaufnahme der Vereinten Nationen, ereigneten sich im Jahr 2005 ganze 360 Naturkatastrophen. Davon stehen 259 in direktem Zusammenhang mit der globalen Erderwärmung. Das bedeutet einen Anstieg von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

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