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Carolien Van Leusden
Das Leben geht weiter

vivalgarve hat in dieser Woche mit einer lebensfrohen, zweifachen Mutter gesprochen. Sie erhielt in den letzten sieben Jahren drei Mal die Diagnose Krebs. 2001 wurde erstmals ein Melanom festgestellt, 2004 Brustkrebs und 2007 sekundärer Lungen- und Leberkrebs. Laut Statistik müßte Carolien Van Leusden tot sein – aber die 46-jährige, die seit 24 Jahren in Portugal lebt, ist nicht nur sehr lebendig, sondern auch frohen Mutes, wie eh und je. Sie hat viele Zukunftspläne. Sie hat ein Buch über ihren langen, entmutigenden Krankheitsverlauf geschrieben, in der Hoffnung, damit verzweifelten und fassungslosen Menschen in der gleichen Situation Mut zu machen.
„Sehr viele Menschen haben das Gefühl, ihr Leben sei mit der Diagnose ‘Krebs’ vorbei, sagt Carolien, “aber ich sehe es inzwischen als Bonus an. Wenn ich hätte sterben sollen, wäre ich schon tot. Ich wäre vom Bus überfahren worden oder ich hätte einen Herzinfarkt gehabt. Dieser Aufschub ist mir gewährt, um Dinge zu klären - um Dinge zu tun, die getan werden müssen. Ich habe das ganze letzte Jahr (seit mir der sekundäre Krebs diagnostiziert wurde) speziell damit verbracht, alle möglichen Belange zu klären.”
Wir sitzen auf der Terrasse ihres Hauses in Lagos, das sie mit ihren zwei Kindern und ihrem Lebenspartner (“meinem Fels”) Chris bewohnt. Es ist das Haus, von dem sie sich gefragt hatte, ob sie es jemals fertig erbaut sehen würde – aber, wie sie immer wieder beteuert, “geht das Leben weiter…”
„An dem Tag, an dem ich erfuhr, daß der Krebs “zurück” sei, erfuhr ich auch, daß wir das Haus verkauft hatten, von dessen Erlös wir dieses hier bauen wollten. Da begriff ich…das Leben muß weitergehen.
„Es gab diese ganz verrückten Momente, zum Beispiel, als ich los mußte, um neue Sofas auszusuchen, während ich dabei war, mein Testament zu schreiben…”
Was aber gab den Anstoß für die Entscheidung, ein Buch zu schreiben?
„Ganz einfach…es ist so viel passiert, und ich konnte mich nicht mehr an alles erinnern – aber das mußte ich, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Außerdem bemerkte ich, wie ich durch die vielen Telefonate eine Menge Kraft verlor. Die ganze Zeit klingelte das Telefon, und ich wurde gefragt, wie es mir ginge – ich konnte mich einfach nicht so viel unterhalten. Ich wollte es auch nicht. Also beschloß ich, meine Freunde per Email auf dem Laufenden zu halten. Das war, als viele erstaunliche, positive Dinge geschahen, die die ganze Geschichte mit sich brachte. Die Leute schrieben mir zurück, sie könnten meine nächste Email kaum erwarten.”
Hier blitzt ein ruhiges schelmischen Lächeln in ihrem Gesicht auf, das ihre Art Humor zeigt, der ihr so oft durch harte Zeiten geholfen hat - und den Auftrieb gegeben hat, der ihre Rettung bedeutete.
„In meiner letzten Email, die ich im letzten Juni verschickte, schrieb ich: ‘Alle, die mehr erfahren wollen, können nach meinem Buch Ausschau halten, das demnächst in den Verkauf kommt.’ Dann dachte ich: ‘ Oh mein Gott, was habe ich getan?!’
Heute weiß sie, daß sie genau das getan hat, was sie tun mußte: ihren Weg gehen.
«My Path» wird gerade in die portugiesische und englische Sprache übersetzt. Das Originalmanuskript, in Holländisch, kursiert bereits bei den holländischen Verlagen.
Es ist ein detaillierter Bericht über den Kampf einer Frau gegen die Ungerechtigkeit einer lebensbedrohlichen Krankheit: emotional, inspirierend, voller Leben, Hoffnung und Informationen über Selbsthilfe von unschätzbarem Wert.
„Es ist fast unvorstellbar, wie viel ich in den ganzen letzten Jahren gelesen und recherchiert habe. Ich hatte so unglaubliches Glück mit der Behandlung hier in Portugal, mit den wunderbaren Ärzten und den Menschen aus der Onkologie-Abteilung der Tagespflegestätte in Portimão. Ich hatte außerordentliche Hilfe von meinem Vater und seinem Kollegen.“ (Ihr Vater ist Gynäkologe im Ruhestand in Holland. Momentan evaluiert er neue Medikamente, die für die holländische Gesundheitskommission und die europäische Arzneimittelbehörde auf den Markt kommen. Unter diesen Medikamenten befinden sich auch welche für sekundären Brustkrebs…“Zufall?” lächelt Carolien. „Nein, Zufälle gibt es nicht!”) Aber neben der konventionellen Behandlungen bezog sie auch alternative Therapien mit ein und stellte ihre Ernährung komplett um. „Im Dezember 2007 waren meine Werte des Tumormarkers (krebsbezogenes Blutergebnis) jenseits des akzeptablen Bereichs. Vier Monate später waren sie wieder innerhalb der Toleranz, und bis zum heutigen Tag sind die Werte in dieser akzeptablen Spanne. Heute denke ich, ich habe es geschafft das Wachstum zu stoppen und arbeite daran, die sekundären Herde zu verkleinern. Mein nächster Check-up ist im März.”
„Ich betrüge weder mich selbst noch die Ärzte, aber ich kann Ihnen etwas sagen: Ich lasse nichts mehr schleifen. Wenn ich meine, etwas muß getan werden, tue ich es sofort! Ich liebe das Leben und genieße jeden Augenblick!”








