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Maria Nunes da Silva Lourenço
Wir stellen Monchiques “letzte” traditionelle Weberin vor

In der Werkstatt
“Heute wollen alle am Ende eines Arbeitstags ihren Lohn haben“, sagt Maria. Wir befinden uns jetzt in ihrem „Büro“ am Ende einer Betontreppe im hinteren Teil des Hauses. Hier steht der Webstuhl. Hier wird der Flachs vorbereitet, zu Leinenfäden versponnen und „rapunzelähnlichen“ Strängen gewunden, die später Weben benutzt werden.
Es ist ein kleiner Raum mit Spuren von Feuchtigkeit an den Wänden. Teppiche und Tischdecken und andere dekorativen Textilartikel sind in Taschen und Kisten verpackt. Jetzt in der Sommerhitze und bei geöffnetem Fenster ist der Raum lichtdurchflutet. Maria arbeitet fast jeden Tag hier.
„Der Flachs benötigt eine lange Zeit, um zu wachsen und für die Verarbeitung vorbereitet zu werden“, erklärt sie. „Man kann damit kein schnelles Geld machen“.
Überhaupt glauben die Beiden, dass sie genug Flachs für den Rest ihres Lebens haben. José baut den Flachs nicht mehr an. „Wir sind jetzt zu alt für solche Arbeiten“.
“Wir sollten uns über den Standplatz, den man uns auf den Messen zuteilt, überhaupt nicht beklagen, aber irgendwie reicht der Platz nie, um alle Stadien dieser Art von Arbeit zu zeigen“, sagt Maria.
Sie hat einen kleinen Korb mit Flachs, der zum Verspinnen bereit ist (er durchlief davor die verschiedenen Arbeitsprozesse mittels alter Werkzeuge, die im „Büro“ verstaut sind und nur zu den Messen hervorgeholt werden). Danach wird das Material mit Asche gekocht und dann so lange mit der traditionellen blauweißen Kernseife gebleicht, bis es die dunkle Farbe von altem Stroh verliert und bereit ist, mit der Handspindel verarbeitet zu werden.
José hat die Handspindeln für Maria selbst gemacht - und sie lässt sich nieder, um uns zu zeigen, wie man es macht. Die Konzentration, die sich auf ihrem Gesicht abzeichnet während sie die Handspindel wirbeln lässt, ist ein ganz besonderes Bild.
‘Wissen Sie, ich arbeite eigentlich, um meine “doença“ (Krankheit) zu vergessen. Es ist eine so wunderbare Therapie für den Geist“, sagt sie lächeln.
Vor sieben Jahren erlitt Maria einen Hüftbruch. Es folgten zwei Operationen, wobei ihr versehentlich auch noch ein Knochen im Fuß gebrochen wurde. „Ich habe oft noch große Schmerzen, aber man ermutigte mich zu arbeiten. Das hält mich in Bewegung!“
Es wäre wirklich wunderbar, wenn ich es anderen zeigen könnte“, sagt sie erneut. „Ich werde irgendwann nicht mehr hier sein. Ich bin „voller Leben“, wie man sagt, aber ich habe wahrscheinlich nicht endlos Zeit. Ich bin es auch nicht gewöhnt ‚nein‘ zu sagen. Wenn Gott mich ruft, werde ich zustimmen müssen und mit ihm gehen.“
Mit ein bisschen Glück wird der Allmächtige in der nächsten Zeit etwas Besseres zu tun haben, als Maria zu sich zu rufen. Daher wird sie von Freitag 17. August bis zum 26. August auf der FATACIL beschäftigt sein und dann einige Tage später mit ihren Waren zurück in Monchique auf dem „Artechique Festival“ sein, das vom 31. August bis 2. September stattfindet.








