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Ausgabe 729
2012-05-17 > 2012-05-23
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Chris Plumb

Beachten Sie die Seriennummern!

Während die Krise der Eurozone diese Woche in Richtung “make or break” taumelt, haben wir mit einem Finanzfachmann gesprochen, der glaubt, dass die Rückkehr zu einer nationalen Währungen die einzige Antwort ist. Chris Plumb, 56, hat 24 Jahre in den Geldmärkten gearbeitet. Er beobachtet das Geschehen in Europa und behauptet, dass „wenn Portugal unter Deutschlands Fuchtel bleibt“, sich die Sparpolitik ein weiteres Jahrzehnt kläglich dahinziehen wird. „Es wird kein Wachstum geben“, und schließlich wird die Nation nicht mehr als souveräne Macht existieren. Aber noch mehr: Es wird immer wahrscheinlicher, dass Griechenland den Euro aufgeben wird, was auch immer in Brüssel in dieser Woche geschieht, und er berichtet uns von in Griechenland gedruckten Euro-Banknoten, die bereits von deutschen Ladenbesitzern nicht mehr angenommen werden.
Natasha Donn, Ausgabe 707 ( 8 Dez 2011), 1 Kommentar »

Was meinen Sie? Sind Euro-Noten nicht Teil einer einheitlichen Währung?

Chris Plumb: Sie haben recht, das sollten sie sein – doch das Vertrauen in die Währung beginnt zu sinken. Nicht wenige Ladenbesitzer in Deutschland akzeptieren keine Y-Noten mehr. Y-Noten sind in Griechenland gedruckt. Das Y bezieht sich auf die Seriennummer in der oberen rechten Ecke der Noten. So werden die Dinge laufen. In je mehr Probleme ein Land gerät, um so mehr Menschen werden sich weigern, die Banknoten dieses Land anzunehmen.

Wo bekommt man heraus, zu welchem Land welcher Code gehört?

Man findet diese Informationen im Internet, dank Wikileaks. Aber im Moment sind es nur die mit Y gekennzeichneten Noten, um die man sich Sorgen machen muss – besonders, da es wirklich so aussieht, als ob Griechenland 2012 aus dem Euro aussteigen wird. Wenn Sie also ein Auto verkaufen und Bargeld erhalten, sollten Sie die Noten prüfen, bevor Sie sie akzeptieren. Wenn es sehr viele Scheine sind, die mit einem Y gekennzeichnet sind, sollten Sie darauf bestehen, dass der Käufer sie in X-Noten umtauscht. Diese werden in Deutschland gedruckt.

Was ist, wenn man sein Geld zu Hause aufbewahrt hat? Portugal ist eine Nation, die es gewohnt ist, ihr Geld unter der Matratze zu verstecken...

Nun, ich denke, das ist eine sehr schlechte Idee! Es könnte sein, dass die Scheine in ein paar Monaten keinen Wert mehr haben…

Warum denken Sie, ist die Rückkehr zu nationalen Währungen die einzige Lösung?

Weil die Nationen die Macht verlieren, zu entscheiden, was das beste für sie ist. Bedenken Sie: wann haben Sie zuletzt von den anderen 15 Mitgliedstaaten gehört? Alles was wir zu hören bekommen sind die Worte von Merkel und Sarkozy! Wir müssen uns über die Zukunft, die sich die Menschen in Portugal wünschen, Gedanken machen. Möchten sie, dass ihre Kinder Perspektiven haben – oder wollen sie weitere zehn Jahre in Entsagung leben, mit Null langfristigen Plänen für das Wirtschaftswachstum?

Die Regierung hat sich mit der Mehrwertsteuererhöhung auf Restaurants und Golf sowie der Genehmigung der Maut auf der Via do Infante bereits in den Fuß geschossen. Der ganzjährige Tourismus gehört damit der Vergangenheit an, und Menschen werden ihren Handel anderswo betreiben. Wenn Portugal weiterhin auf diese Weise diktiert wird, wird es einfach nicht überleben. Eines Tages werden wir als Teil der Vereinigten Staaten von Europa aufwachen!

Aber was man aus Brüssel hört, deutet darauf hin, dass möglicherweise eine Vereinbarung über die Krise in Sicht ist.

Die Neuigkeiten ändern sich ständing – und letztlich werden es sowieso nicht die Politiker sein, die entscheiden. Es wird der Markt sein – die weltweiten Investoren, die OPEC Länder, einige der großen Hedge-Fonds: sie gemeinsam werden entscheiden, womit die Politiker in der nächsten Woche kommen und was praktikabel ist und was nicht.

Warum hat das niemand kommen sehen?

Sie haben es kommen sehen! Ich hasse es, das zu sagen, aber es ist genau das, warum England nie den Euro angenommen hat! Großbritannien wollte detailliert wissen, wie das System in Stress-Zeiten funktionieren würde, unter klarer Annahme des Verlustes der Souveränität über seine Währung und die Festsetzung der Zinssätze. Doch die europäischen Länder waren so scharf darauf, das System einzuführen, das es niemand wirklich in Frage gestellt hat und sich kaum jemand über dessen mögliche Fallstricke gesorgt hat. Und jetzt muss jeder für den Mangel an Voraussicht teuer bezahlen...

Kommentare
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No thats wrong
roneypinto, Albufeira, 12 Dezember 2011 12:57