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Associação Salvador
Ein Leben für alle

Die Zeit schien an diesem Januartag 2004 still zu stehen. Es war etwa 13:20 Uhr. Elsa Ramos erinnert sich nicht gut daran, was passiert ist. Sie war zum Mittagessen mit der Familie verabredet, als ein Zug ihr Auto hart erfasste, genau vor ihrer Haustür in Luz de Tavira. Die Folge war, dass sie mit 27 Jahren querschnittsgelähmt wurde.
Vor dem Unfall hat Elsa fast sieben Jahre als Fotografin gearbeitet, eine brennende Leidenschaft von ihr, die niemals erloschen ist.
“Seit ich mich erinnern kann, mochte ich die Fotografie. Meinen ersten Fotoapparat bekam ich mit zwölf Jahren, eine 123 mit Kassettenfilm. Ich machte eine Ausbildung im „Instituto Português da Juventude“ und begann meine Arbeit. Ich nahm Fotos im Studio auf, beriet Kunden und machte viele Reportagen”, erzählt sie.
Nach der Tragödie verstrichen drei Jahre für den Krankheitsurlaub, mit Physiotherapien und Rehabilitation.
“Mein Chef sagte mir stets, er möchte, dass ich weiter für ihn arbeite. Aber als es soweit war, dass ich zurückkehren konnte, sagte er plötzlich, er wolle nichts umbauen”, und somit den Arbeitsplatz den neuen Bedürfnissen Elsas nicht anpassen.
“Er war einfach nicht darauf vorbereitet. Er sagte mir, wenn ich wieder bei ihm arbeiten möchte, müsste ich mit den Gegebenheiten dort klarkommen, so wie sie waren”, beklagt sie.
“Die Sozialversicherung hätte sogar für den behindertengerechten Umbau gezahlt, und er hätte zusätzlich Vergünstigungen erhalten”. Trotz allem waren die Vorurteile nicht zu überwinden.
Eines Tages erzählte eine Ärztin im Rehabilitationszentrum in São Brás de Alportel von dem Verein „Salvador“ und dem Projekt «Qualidade de vida».
“Anfangs konnte ich das nicht ganz glauben”, gibt Elsa zu. Aber von der Ärztin angespornt, dachte sie, es sei vielleicht doch eine gute Idee, sich dort zu bewerben.
Ihre Vorstellung war, ein digitales Fotostudio zu Hause haben zu können, um ihre finanzielle Unabhängigkeit wieder zu erlangen, die ihr damals verwehrt blieb. Sie hatte eine genaue Vorstellung von dem, was sie brauchte – eine Ausrüstung im Wert von fast 4.000 Euro. Sie bewarb sich darum - und gewann!
Sechs Monate nachdem Elsa ihre Ausrüstung bekommen hat, verwirklichte sie bereits einige Fotoreportagen auf Hochzeiten, Taufen und anderen gesellschaftlichen Veranstaltungen, Arbeiten, die sie mit Freude und Professionalität erledigt.
Heute sagt sie, dass zu den größten Hindernissen die Stufen vor einigen Kirchen gehören, aber mit etwas Hilfe kann sie auch diese Schwierigkeit überwinden.
Aus ihrer Sicht befinden sich die meisten großen Probleme im Alltag. Zugänglichkeit ist in den meisten Städten der Algarve eine enorme Problematik. “Menschen die gehen können, bemerken es gar nicht, aber es ist auf den meisten Straßen sehr schwierig. Sie sind voll mit Löchern und schlecht geparkten Autos”, beklagt sie.
Heute ist Elsa Ramos eine 33-jährige, die nicht ans Aufgeben denkt. Zurzeit besucht sie einen Multimedia-Kurs bei dem Verein «Existir» in Loulé, der gut läuft, und sie glaubt wieder daran, dass sie mit ihrer beruflichen Tätigkeit einen wertvollen Beitrag leisten kann.
Für das Projekt «Qualidade de vida» 2009 steht ein Etat von 50.000 Euro zur Verfügung, die an einen oder mehrere Bewerber gehen, je nachdem, wie die Jury entscheidet, die aus einem Arzt, einem Psychologen und einem Vereinsmitglied besteht.
Es richtet sich an Menschen mit Querschnittslähmung oder eingeschränkter Bewegungsfreiheit, die ihren Alltag in einem Rollstuhl meistern müssen. Die Bewerber können um jegliche Art Hilfe bitten, wenn sie für ein persönliches Projekt benötigt wird.
Salvador Mendes de Almeida, Vorstand des Vereins „Salvador“, erklärt, wie es dazu gekommen ist, dass der Verein, dem er vorsteht, diese Initiative ins Leben gerufen hat.
“Wir erhalten ständig Anfragen, finanzielle Hilfe zu leisten, was ja normal ist, weil die Familien meist in Schwierigkeiten stecken, da die langfristigen Erkrankungen so kostenintensiv sind.
Es gehört nicht zur Politik des Vereins, solche Bitten zu ignorieren, und daher empfanden wir es als notwendig, einen Bewerbungsprozess zu schaffen, der uns als Organisation erlaubt, solche Anfragen zu analysieren und auf gerechtem Wege Hilfe zu leisten. Dabei haben wir einerseits die Bedürfnisse der Menschen im Kopf, andererseits ihre Motivation, etwas zu verändern”, schließt er.








