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Der effiziente Gebrauch von Wasser

Klar wie Wasser

In einer Zeit, in der die Klimaerwärmung immer offensichtlicher wird und die globale Erwärmung vorhersehbar ist, wird Trinkwasser zu einem schützenswerten Gut. Diese wertvolle Ressource ist heute eine Sorge, die die Regierungen in der ganzen Welt teilen. Inzwischen liegt die Hauptverantwortung in unserer aller Hände, in unseren häuslichen Gewohnheiten und unserem Alltag. Das ist die Schlussfolgerung des Seminars «Der effiziente Gebrauch von Wasser im Haushalt”, das gemeinsam von dem Umweltverein «Quercus» und der Firma «Águas do Algarve SA.» organisiert wurde. Die Diskussionsrunde vereinte verschiedene Fachleute, die am Montag, 12. Oktober, ins Stadttheater Faro geladen wurden.
Bruno Filipe Pires, Ausgabe 597 (15 Okt 2009), Ohne Kommentare »

Die Angelegenheit ist besorgniserregend. “Man schätzt, dass in Zukunft zwei Drittel der Menschen kein Trinkwasser zur Verfügung haben”, sagte Francisco Ferreira, Universitätsprofessor und Vizepräsident bei «Quercus». Aus der Sicht der Umweltschützer “nutzen wir in Portugal das Wasser nicht sinnvoll, es wird viel zu viel verschwendet”, sagt Ferreira.

Das bestätigt auch Maria do Céu Almeida, vom LNEC (Laboratório Nacional de Engenharia Civil/ Nationales Labor des Bauingenieurwesen), die die Schwierigkeit betont, objektiv den Gebrauch von Wasser im Land zu untersuchen. Es ist schwierig, weil die unterschiedlichen Anbieter in den Regionen sich verschiedener Strategien bedienen, sowohl bei der Abrechnung als auch bei der Verwaltung des Wassers.

Man weiß nur, dass, Daten aus dem Jahre 1999 zufolge, der Gebrauch von Wasser in den Städten Portugals zu 43 Prozent auf den Hausgebrauch fällt. Eine große Menge, 40 Prozent, geht in den undichten Leitungen verloren. 9 Prozent fallen auf den kommerziellen Handel. Etwa 6 Prozent des in den Städten verfügbaren Wassers dient öffentlichen Zwecken.

Schätzungsweise werden in einem durchschnittlichen Haushalt zwischen 28 und 31 Prozent des benutzten Wassers für die Toilettenspülung verbraucht. Die Waschmaschine benötigt 32 bis 37 Prozent, und aus den Wasserhähnen fließen 16 Prozent – so die Daten von LNEC.

Es existiert ein «Nationales Programm für den effizienten Gebrauch von Wasser», das 2001 ins Leben gerufen und 2005 offiziell genehmigt wurde. Das Ziel ist, bis zum Jahr 2015 diese Ressource zu rationalisieren, aber aus bürokratischen Gründen gibt es einen Stillstand.

Daher liegt es in der Hand jeden einzelnen Bürgers, die Initiative zu ergreifen. Aber wie? Ein praktisches Beispiel gibt das experimentelle Projekt «Eco Casa», das zehn freiwillige Familien an der Algarve einbezieht. Es begann 2007, und nach einem Jahr konnte bereits 48 Prozent des gesamten Brauchwassers eingespart werden.

“Es war extrem nützlich, um zu verstehen, wie Familien mit Wasser umgehen, und um das Potential an Einsparung zu erkennen. Außerdem können wir so verstehen, wie wir unsere Verhaltensweisen zukünftig ändern und entsprechende Strategien umsetzen können”, berichtet uns Francisco Ferreira.

«Quercus» möchte jetzt das Projekt auf andere Teile des Landes ausdehnen und zusätzlich den Verbrauch an Strom und Gewohnheiten der Mobilität beobachten.

“Wasser ist immer noch sehr billig, und das führt zu der Verschwendung. Die Gemeinden sollten Strafen vermeiden, aber es ist fundamental, dass ein jeder versteht, dass eine Dusche, die mit der entsprechenden Wassersparvorrichtung ausgerüstet ist, einen gewaltigen Unterschied macht”, gibt Francisco Ferreira zu bedenken.

Die gewaltigen Einsparungen bei dem Projekt «Eco Casa» waren dank neuer Verhaltensmuster möglich, aber auch dank einer bestimmten Apparatur. “Sparduschköpfe” zum Beispiel, lasse nur 6 bis 7,6 Liter pro Minute durchlaufen, ohne an Komfort einzubüßen - im Vergleich dazu lässt der herkömmliche Duschkopf 12 bis 15 Liter pro Minute durch.

Armando da Silva Afonso, vom Verein „Associação Nacional para a Qualidade nas Instalações Prediais“ hebt die Anstrengungen hervor, die unternommen werden, um Wasser zu sparen.

Der Verein ohne Erwerbscharakter hat zum Beispiel 70 bis 80 Prozent der Wasserspülungen, die auf dem portugiesischen Markt existieren, untersucht und bewertet, um den Bürgern bei der Wahl einer ökologischen Lösung behilflich zu sein.

Auf der anderen Seite gab das Seminar einen Überblick über das Wasser in der Region. Die Ingenieurin Sandra Dias, präsentierte eine “Analyse über den Verbrauch in der öffentlichen Wasserversorgung an der Algarve”.

Aktuell verfügt die Region über ein modernes Netz, das sich „Sistema Multimunicipal de Abastecimento de Água“ (SMAAA) nennt, das fünfzehn Gemeinden mit dem kostbaren Gut beliefert und von der Firma «Águas do Algarve S.A.» verwaltet wird.

Monchique ist noch nicht versorgt, wird aber voraussichtlich Anfang 2010 an das System angeschlossen.

Momentan versorgt es eine Bevölkerung mit 3.770 bis 59.160 Einwohner pro Stadt. Die Saisonbedingtheit und der Tourismus beeinflussen die Demografie der Region stark. Schätzungsweise werden ungefähr 400 tausend Leute außerhalb der Saison versorgt und eineinhalb Millionen im Sommer, zur Hochsaison.

Zurzeit gehören zu dem System zwei Betriebsleitzentralen und vier Wasseraufbereitungsanlagen (in Alcantarilha, Tavira, Fontainhas und Beliche). Die Wasserqualität wird kontinuierlich an 250 Stellen im System überwacht. Jährlich werden etwas 125 tausend Analysen mit über 14 tausend Proben durchgeführt.

Das System deckt 450 Kilometer Leitungen ab, umfasst 16 Wasserreservoire und 63 Verteilerstellen (die die Wassertanks der Gemeinden beliefern).

Um Ihnen eine Idee zu vermitteln: 2007 wurden 69.217 Millionen Kubikmeter Wasser bewegt, 2008 waren es 68.356 Millionen Kubikmeter. In diesem Jahr beträgt der mittlere tägliche Durchfluss (das Wasservolumen, das täglich im System zirkuliert) 187.277 Millionen Kubikmeter.

Schaut man sich die jüngsten Daten, die sich auf 2008 beziehen, an, sieht man einen enorm unterschiedlichen Verbrauch innerhalb der fünfzehn verschiedenen Landkreise der Algarve.

Den höchsten Verbrauch hat der Kreis Loulé. Sandra Dias rechtfertigt dies mit der geografischen Größe. Dort gibt es außerdem einige Golfplätze, die wohl zu dem Spitzenplatz im Jahr 2008 beitragen könnten – auf den Kreis fallen 19 Prozent des Wasserverbrauchs, gefolgt von Albufeira mit 17 Prozent. Alcoutim liegt mit nur 0,2 Prozent ganz hinten.

Bisher verschlingte das System ein Investment von 240,3 Millionen Euro. Weitere 68,9 Millionen werden voraussichtlich alsbald in Ausbesserungen und andere Arbeiten gesteckt.

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