PortuguêsEnglishDeutsch
Ausgabe 729
2012-05-17 > 2012-05-23
Tel.: 282 418 881
Passwort vergessen?AnmeldenKostenlose KleinanzeigenArtikelThema der WocheReportageInterviewAktuellesMeinungRestaurantsDie AlgarveVerzeichnisHilfe
ÜbersichtArtikelReportageSchweinegrippe: Was uns nicht gesagt wird!

Schweinegrippe: Was uns nicht gesagt wird!

Während die Schweinegrippe sich weiterhin über ganz Europa verbreitet (und in den letzten zwei Wochen mit bestätigten Fällen von Faro bis Portimão auch die Algarve erreicht hat) befinden sich die Gesundheitsbehörden in einer konstanten Entwicklung, um mit der Beschleunigung der Pandemie Schritt zu halten. In England, wo mittlerweile mehr als 100.000 Menschen mit der Krankheit infiziert sind, wird das antivirale Präparat Tamiflu (bisher das beliebteste Medikament bei der Bekämpfung der Symptome) per Telefon verschrieben, um die Kranken so schnell wie möglich genesen zu lassen und sie so von den Krankenhäusern und Arztpraxen fernzuhalten. In Portugal ist es noch lange nicht so weit. Hier wird erwartet, dass die Leute die gebührenfreie Telefonnummer anrufen, und antivirale Medikamente sind noch immer fest in der Hand der Krankenhäuser. Das ist ein Verfahren, dass sich ändern wird, sobald die Krankheit anfängt sich noch weiter auszubreiten, da die Krankenhäuser einfach nicht die Möglichkeiten haben werden, die ansteigende Anzahl von Fällen zu bewältigen. Vor dem Hintergrund der wachsenden Besorgnis in der Bevölkerung wurde uns mitgeteilt, dass ein Impfstoff demnächst zur Verfügung stehe. Tatsächlich hat «Algarve123» letzte Woche erfahren, dass eine private Klinik an der Westalgarve den Impfstoff im Vorverkauf an Stammpatienten verscherbelt. Inzwischen hat das Gesundheitsministerium Impfstoff für 30 Prozent der Bevölkerung reservieren lassen. Aber wie nützlich wird dieser Impfstoff wirklich sein? Wird er rechtzeitig fertig? Wird er sicher sein und nicht der Gesundheit schaden? Das sind wichtige Fragen, ganz besonders, wenn man bedenkt, was beim letzten Mal passiert ist, als die Schweinegrippe ausbrach: und zwar in Amerika im Jahr 1976.
Natasha Donn, 30 Jul 2009 02:00, Ohne Kommentare »

Vor 33 Jahren war Amerika vom ‚Schweinegrippenfieber’gepackt. Nach dem Tod eines jungen Soldaten, der mit der Krankheit infiziert war (und der Genesung von 4 weiteren seiner Truppe) verkündigte Gerald Ford, dass „jeder Mann, jede Frau und jedes Kind geimpft werden sollte, um so einen landesweiten Ausbruch - eine Epidemie - zu verhindern“.

„Dieser Virus war 1918 und 1919 der Ursprung einer eigentlichen Pandemie, einer länderübergreifenden Ausbreitung, die mehr als eine halbe Million Tote in den Vereinigten Staaten forderte und 20 Millionen Todesopfer weltweit“, informierte Ford die interessierte Öffentlichkeit.

Eine riesige Werbekampagne wurde ins Leben gerufen, die jeden aufforderte‚’das Richtige zu tun’ und sich impfen zu lassen. 46 Millionen Menschen haben das dann auch ordnungsgemäß getan.

Aber was die amerikanische Regierung nicht erklärte - und was in der Tat noch nicht einmal erwähnt wurde - war, dass die Labortests des Impfstoffes darauf hingewiesen hatten, dass in bestimmten Fällen neurologischen Erkrankungen ausbrechen könnten - Erkrankungen, an denen die betroffenen Menschen sogar sterben könnten.

In einem Fernsehinterview, das von dem amerikanischen Fernsehsender CBS mit dem Titel «Regierungspropaganda zur Impfung gegen die Schweinegrippe fordert viele Tote» ausgestrahlt wurde, sagte Dr. Michael Hattwick, vom „US Center for Disease Control“, zu dem Interviewer Mike Wallace, dass die Wissenschaftler sich „absolut und vollkommen bewusst“ über die Möglichkeiten von neurologischen Schäden und Störungen waren, welche durch ein Massengrippeschutz-Impfungsprogramm verursacht werden könnten.

Aber dieses „absolute Bewusstsein“ wurde damals vertuscht. Millionen von Menschen erhielten ‚die schützende Spritze’ - und tausende davon erkrankten später an den Folgen, wie sie behaupteten. Die Erkrankungen erstreckten sich von Teil- bis zu Ganzkörperlähmungen.

Das Syndrom ist unter dem Namen «Guillain-Barre» (GBS) bekannt. 300 Familien reichten tatsächlich vor Gericht Klage gegen die amerikanische Regierung ein, nachdem Familienmitglieder starben, die infolge der Impfung an GBS erkrankt waren. Die Familien waren davon überzeugt, dass der Impfstoff den Tod verursacht hat.

Ja, und wo stehen wir heute? Es ist klar, dass sich die Impfstoffe, die heutzutage entwickelt werden, komplett von dem, der 1976 (bevor er urplötzlich vom Markt verschwand) 46 Millionen Amerikanern verabreicht wurde, unterscheiden wird - aber wird er trotzdem sicherer und wirksamer sein?

Laut Dr. Maria Alice von Luzdoc in Praia da Luz, in der Nähe von Lagos, wird der Impfstoff eh „zu spät kommen“, was auch immer die Antworten zu diesen Fragen sein mögen.

„Er wird nicht notwendig sein. Ich denke, dass die Krankheit hier am stärksten im Oktober/November ausbrechen wird. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass der Schutzstoff vor Ende Dezember hergestellt sein wird. Mit anderen Worten: Er wird zu spät kommen“.

Gleichzeitig fügte Dr. Alice hinzu: „Worüber die Leute sich offenbar nicht klar sind, ist die Tatsache, dass diese Grippe bis jetzt weniger tödlich verlaufen ist, als die üblichen Arten von Grippeerkrankungen“.

Die gleiche Meinung wird auch in örtlichen Apotheken vertreten - die sich schnell mit Menschenmengen füllen, die Fragen stellen und alles mögliche kaufen, vom gängigen Paracetamol und Ibuprofen bis hin zu chirurgischen Masken und alkoholimprägnierten Wischtüchern.

„Die meisten Leute werden in der Lage sein, mit diesem Virus zu Hause fertig zu werden - genauso wie man auch mit einem normalen Grippe Virus umgeht,“ erklärt uns der Apothekenleiter Drª Alexandra Mendes in Bensafrim. „Tatsache ist, dass jeder, der den Virus jetzt im Sommer schon kriegt, besser dran sein wird als diejenigen, die sich erst im Winter anstecken werden - mit all den Problemen durch höhe Feuchtigkeit, Kälte, etc. Jetzt ist die Zeit, sich anzustecken!“

Berichte, die wir im Büro von Leuten erhalten, die unter der Schweinegrippe leiden, scheinen diese Meinung zu bestätigen. Ein Patient erzählte uns auch wie sein Arzt ihm davon abgeraten hätte, das antivirale Medikament Tamiflu einzunehmen - da dieses Medikament NICHT spezifisch für die Schweinegrippe entwickelt wurde und es auch schlimme Nebenwirkungen verursachen kann: von Übelkeit bis Delirium.

Gemäß den Gesundheitsexperten erleichtert Tamiflu nur die Symptome und verkürzt die Dauer der Krankheit um ungefähr 24 Stunden. Tatsache ist, dass der Pharmaverband Portugal in seinem «Pandemie Notfallplan», der letzte Woche veröffentlicht wurde, vor der ‚wahllosen’ Einnahme von Virostatika warnt; sie betonen, dass dies „das Risiko erhöht, dass der Schweinegrippenvirus resistent wird. Sollte eine Resistenz gegen Tamiflu eintreten, hat Portugal aber einen Bestand eines inhalierbaren antiviralen Medikaments names «Zanamivir» auf Lager, welches alternativ benutzt werden könnte.

Verwandte Artikel
Ausgabe 600 ( 5 Nov 2009), Ohne Kommentare »
Kommentare
Einloggen oder registrieren um einen Kommentar zu verfassen.Ohne Kommentare. Verfassen Sie den ersten Kommentar.