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Portugiesischen Wasserhund
Der Hund der Fischer

Der heiße Julinachmittag tat dem Reiz der Veranstaltung in dem improvisierten Pavillon im Jardim do Pescador in Olhão keinen Abbruch.
Von der lokalen Gemeinde, gemeinsam mit dem «Clube Português de Canicultura» und dem Verein zum Schutz des Portugiesischen Wasserhundes organisiert, wollte man zeigen, dass die Rasse eng mit der Geschichte Olhãos und der ganzen Algarve verbunden ist.
Zu den Höhepunkten der Veranstaltung, zu der auch eine Schau gehört, zählen Aktivitäten im Wasser und Interaktivitäten mit dem Publikum. Die 22. „Exposição Canina Monográfica do Cão de Água“ ist die größte des Landes.
In diesem Jahr wurde das Treffen aus Estoril, wo es normalerweise im August stattfindet, an die Algarve verlegt. Es gab 38 Teilnehmer, unter ihnen Pedro Álvares Cabral, ein quirliger 18 Monate alter Welpe.
“Gelehrig, selbstsicher, sympathisch, ein wenig eigenwillig und arbeitsam” – so beschreibt Carla Peralta die Charaktereigenschaften dieser Rasse. Sie ist seit sieben Jahren Züchterin und eine der kompetentesten portugiesischen Verhaltensforscher.
Auch Carla Peralta, 35, ist eine der Initiatoren dieses Events. Sie arbeitet im «Canil das Águas algarvias», in der Quinta de Marim, mitten im Naturpark Ria Formosa.
Der Ort ist öffentlich, und es finden dort immer wieder lehrreiche Schulprojekte statt. Es besteht auch die Möglichkeit, ein Volontariat zu absolvieren - eine ausgezeichnete Gelegenheit, die Rasse besser kennen zu lernen.
Peralta bekräftigt, dass man den Wasserhund zweifellos zu den „Nutztieren“ zählen darf. Einige ihrer Hunde erbringen den Beweis: Sie wurden geschult, um Menschen zu helfen. So zum Beispiel “Sol”, ein Rüde, der als Such- und Rettungshund ausgebildet wurde.
Über die Herkunft der Hunde weiß man wenig. Man nimmt an, dass ihre Geschichte bis in die Römerzeit zurück geht, gibt es doch Hinweise in lateinischer Sprache, die vom “Canis Piscator” oder “Canis Leo” berichten, der im Westen der Iberischen Halbinsel für den Fischfang eingesetzt wurde.
Und es ist noch gar nicht so lange her: Bevor die modernen Hilfsmittel in der Fischerei eingesetzt wurden, spielten diese Hunde eine wichtige Rolle an Bord der traditionellen Fischerboote der Algarve.
“Normalerweise wurde die Mannschaft von je zwei Wasserhunden begleitet, und wenn Fische in den Netzen zappelten, sprangen die Hunde ins Wasser, um sie einzuholen”, erinnert João Peres, Kultur- und Sportabgeordneter.
Heute sind die meisten Besitzer dieser Hunde bei dieser Veranstaltung kurioserweise Ausländer, in erster Linie Briten, wie Keith Brown.
“Wir haben noch seine Oma” erzählt Brown und deutet auf seinen Hund Henry. Im Hause der Browns, die seit über zehn Jahren mit Wasserhunden leben, ist es nicht nur ein Tier, das sie auf Wettbewerben und Schauen zeigen, es ist ein Familienmitglied, dem viel Liebe und Aufmerksamkeit zukommt.
Pedro Albergaria ist Jurymitglied, und ihm kommt die schwierige Aufgabe zu, jeweils das beste Exemplar in den diversen Kategorien zu bestimmen.
Zu den wichtigsten Entscheidungskriterien gehören die Charaktereigenschaften der Rasse, deren Qualität, Makel, je nach Einstufung – Rüde, Hündin, Junior, Senior, etc.
Gut trainiert und diszipliniert zeigen sich die Hunde empfänglich für die Zuneigung der Kinder aus dem Publikum, die von dem langen lockigen Fell fasziniert sind, das den Tieren über die Augen hängt.
Der Vierbeiner, auch als “Fischerhund“ bekannt, ist körperlich ausgezeichnet dem Wasser angepasst. Bezeichnend sind die Schwimmhäute zwischen den Zehen und die Fähigkeiten, unter Wasser die Luft anhalten zu können und zu tauchen.
Oft haben sie bewiesen, wie nützlich sie sind, um Netze oder verlorene Gegenstände an Bord zu holen, Nachrichten von Boot zu Boot zu bringen oder an Land nachts die Ausrüstung zu bewachen.
Aber sie weisen noch weitere Charakteristika auf. Diese Rasse kommuniziert untereinander anders als andere Hunde. Sie bellen nur, wenn es sein muss. Und es gibt Leute, die behaupten, diese Rasse lerne schneller als alle anderen.
Früher waren diese Hunde sehr wertvoll in der Fischergemeinde, sie hatten Anrecht auf einen Lohn und einen Hundeführer.
Heutzutage ist der Portugiesische Wasserhund weltweit in den Schlagzeilen, und wer weiß, vielleicht hilft er ja, den portugiesischen Export zu retten .... oder zumindest dessen Prestige…







