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Die richtige Ausrüstung ist lebenswichtig
VIA ALGARVIANA (III/IV)

Tagebucheintrag Barranco do Velho:
Nach fünf Tagen fühle ich meine Beine, meine Waden, meine Muskeln, meine Sehnen, meine Knochen. Mit jedem Schritt die Hügel hinauf – vom Fuße des Hügels bis hinauf zur Spitze und das nicht einmal, nicht zwei Mal, nicht drei Mal, sondern viele Male. Mühe, Schweiß, psychische Kraft, dort hinaufzukommen und wieder hinunter. Hinunter, so scheint es am Anfang, ist es einfach. Falsch. Es beansprucht nur andere Muskeln. Die Schienbeine und die Knie tun weh. Die ersten 100 km sind getan. Es ist mehr ein Stolpern, die Wege hoch und wieder runter, meist in der sengenden Sonne, der Hitze. Wir sind richtig froh, wenn wir vom Wetter mal einen kalten Windhauch geschickt bekommen. Nordwest ist erfrischend. Rechts und links von uns erahnen wir, daß es hier gebrannt hat. Immer dann, wenn die Zistrosen höher und höher wachsen, enger und enger stehen. Immer dann, wenn wir die abgestorbenen Bäume sehen, wissen wir, daß das Land zu trocken ist, zu heiß und daß wir bald in einer Wüste leben werden, aus der immer mehr Menschen wegziehen, immer weiter in die Städte hinein und das Land entvölkert. Das Land wird leerer. Die Menschen in den Städten haben vergessen, mit der Natur zu leben. Sie haben Angst vor der Natur. Irgendwann wird ihnen die Wüste kein Wasser mehr geben.
Tagebucheintrag Monchique:
Nun beginnt der Aufstieg zum Picota, der Königsweg. Ich bin jetzt 200 km gewandert. Meine Mitwanderer haben aufgegeben. Es sind noch acht Kilometer, aber die haben es in sich. Ich habe den Odelouca Fluß hinter mir gelassen, die Steigung geht von 100 m Höhe auf 800 m Höhe. Es ist der zehnte Tag. Ich habe mich endlich an die Strecke gewöhnt und bin eingelaufen. Unter einer Hochspannungsleitung von 400.000 Volt stehen zwölf Bienenkästen. Bienen greifen an. Sie fliegen einem mitten ins Gesicht, wie Kamikaze-Bomber. Ich bedecke Hals und Kopf mit einem Pullover. Es ist bereits der zweite Stich heute. Wanderer, die im Frühling auf der Via Algarviana unterwegs sind, sollten vorsichtig sein und ein Anti-Allergiemittel aus ihrer Apotheke mitnehmen. Eine Melodie summen hilft auch bei Bienen. Es stimmt sie mild.
Es sind z.B. Turnschuhe, die Blasen an den Fersen hervorrufen können. Selbst das Aufstechen der Blase mit Nadel und Zwirn schafft nur eine kurze Verbesserung. Der Faden bleibt über Nacht in der Blase, damit die Flüssigkeit herausfließen kann und die Haut aushärtet. Das Ende der Wanderung kommt jedoch ziemlich schnell, wenn man einfach in Turnschuhen wandern geht.
Wer zudem nicht ohne Kaffee und Zigaretten auskommt und sich falsch und unregelmäßig ernährt, fühlt sich bereits nach einigen Tagen permanent erschöpft. Zuviel Kaffee und Nikotin halten Körper und Geist in einem konstant wachähnlichen Zustand, besonders nachts. Ohne ausgleichenden Tiefschlaf sind die Kräfte, die man tagsüber aus den Kraftreserven nimmt, nachts nicht aufzufüllen. Die Folge: mentaler Zusammenbruch.
Schade, ich wandere von nun an allein.
Tagebucheintrag Barão de São João:
12. Tag: Regen. Es ist wichtig, WAS man auf so eine Wandertour alles mitnimmt. Die Schuhe müssen die Knöchel umschließen, damit man nicht umknickt. Wer die Via Algarviana geht, ist 14 Tage ununterbrochen unterwegs. Mehr als 10 kg Gepäck sollten es da nicht sein. Ganz wichtig ist adäquater Sonnenschutz, vielleicht ein Strohhut, eine Mütze, ein Tuch, eine Kappe und eine Sonnencreme. Wichtig gegen Regen sind wasserdichte Hose und Jacke. Ein Cape, eine Art Umhang über den Rucksack, sollte man ebenfalls mitnehmen. Ein Erste-Hilfe-Pack mit Pflastern und Desinfektionsmitteln (z.B. Betaisidona) sollte der Wanderer unbedingt dabei haben. Dieses Päckchen sollte auch beinhalten: Mullbinden, Nadeln, Lupe, Pinzette, Spiegel und Bandagen, auch eine Creme oder ein Gel, welche entspannend auf die Muskulatur wirkt, z.B. Mobilat. Dazu kommt eine Taschenlampe, ein kleiner Handkompass, die besonders wichtig bei Nachtwanderungen sind. Ein Wanderstab hilft ungemein bei Steigungen und Abstiegen. Ein Fotoapparat und ein Diktiergerät helfen die Momente festzuhalten, die man später ganz sicher wieder vergißt. Papier und Stift und immer Ersatzkleidung: eine Extra-Hose reicht, drei T-Shirts, Waschsachen und Handtuch, ein gutes Buch (etwas, was Sie immer schon mal lesen wollten), gutes Kartenmaterial von der Via Algarviana. Die Wanderkarten kann sich jeder Wanderer von der Website www.viaalgarviana.org herunterladen und auf A3 ausdrucken. Dann gibt es Tage, die sind gut und solche, die sind schlecht. Nehmen Sie sich für schlechte Tage etwas Traubenzucker mit und jeden Tag genug Wasser, mindestens 1,5 ltr. Ich stehe auf Studentenfutter: Nüsse, Mandeln, Rosinen, Cocosflocken, Pinienkerne etc., die Kraft verleihen. Lassen Sie Coca-Cola, Bier und andere Aufputschmittel zuhause. Wichtig: Früchte essen. Zu der Via Algarviana gehört eine geregelte, gute Ernährungsweise mit Pausen. Steigen Sie auf warmen Pfefferminztee um. Denken Sie an einen Mix aus Bela Luisa und Kamille oder anderen schönen Kräutern. Das hilft jedem Wanderer, auf langen Touren fit zu bleiben. Vergessen Sie Kaffee, Zigaretten, Bier. Nichts gegen ein gutes Glas Rotwein am Abend, ein Glas – keine Flasche Rotwein...







