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Ausgabe 778
2013-05-23 > 2013-05-29
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Erdöl behindert Fischerei

Eine Verordnung der „Capitania do Porto de Faro“ (Hafenmeisterei von Faro), die (welche) die Fischerei praktisch im gesamten Gebiet der Ostalgarve verbietet, trat am 5. März in Kraft und ist noch bis Mitte April gültig. Dies ist die Folge der Suche nach Erdölvorkommen vor der Küste, die von sechs Schiffen durchgeführt wird. Die Fischer und deren Gewerkschaften sehen dies als Benachteiligung und beklagen, dass es vorab keine öffentliche Anhörung gegeben hatte, denn sie befürchten vor allem negative Auswirkungen auf die Umwelt, sollte sich die Erdölindustrie an der Algarve ansiedeln.
Bruno Filipe Pires, Ausgabe 722 (29 Mär 2012), Ohne Kommentare »

„Ich bin 57 Jahre alt und ich erinnere mich noch an die Zeit als ich ein kleiner Junge war und vor der Küste von Olhão nach Erdöl gesucht wurde. Damals wurden Hinweise auf Erdölvorkommen gefunden und deswegen sind sie jetzt wieder hier“, erinnert sich Manuel Domingos, Chef der „Graça Divina“, während er und seine Besatzung an einem windigen Vormittag im Hafen von Olhão die Netze reparieren.

Nebenan bereiten die Männer der “Mar Coral” das Auslaufen vor. Der Fischkutter ist auf die Arbeit mit an Leinen befestigten Angelhaken und mit Fallen zum Fang von Tintenfischen spezialisiert. „Ich besitze zwei Boote, dieses und ein weiteres in Quarteira. Durch die Beschränkungen können wir in dem gesamten Gebiet hier nicht arbeiten. Wir müssen mindestens bis Albufeira oder sogar bis zum „Cabo de São Vicente“ fahren. Dadurch steigen die Treibstoffkosten und die Besatzung ist einer höheren Belastung ausgesetzt“, bedauert Henrique Lucas (57), der seit 42 Jahren zur See fährt.

Die Fischereibeschränkungen entlang der Ostalgarveküste beruhen auf der Verordnung 13/12 für die „Beschaffung dreidimensionaler seismischer Daten des Algarvebeckens“. Das am Gebäude der Hafenmeisterei in Faro ausgehängte Dokument, informiert über die umfangreiche Operation unter Einsatz von Unterwassermikrofonen (Hydrofonen), „die auf einem Streifen von 8 km Breite und 750 m Länge“ verteilt werden. Aus diesem Grunde müssen „feststehende Fischereigeräte, Netze, Fangkörbe und Leinen mit daran befestigten Haken und die entsprechenden Bojen“ entfernt werden und die Fischerei mit Schleppnetzen ist verboten.

„Mein Boot kreuzte in der Nähe von Picos Hermínios“ (beliebtes Gebiet südlich von Olhão) und wurde von den dort patrouillierenden Schiffen fortgeschickt“, erzählt Henrique Lucas. Widerspruch lohnt sich nicht, denn die Verordnung sieht Strafen von 400 € bis 2.500 € für Einzelpersonen und zwischen 2.500 € und 30.000 € für Schiffsbesatzungen vor, die dagegen verstossen.

„Ich darf nicht fischen und riskiere auch noch eine Geldstrafe!” beklagt Lucas. „Die Regierung hätte vor Unterzeichnung dieser Genehmigung mit uns sprechen sollen“, schliesst er und erklärt auch seine Solidarität mit den Kollegen, die auf den Fang von Meeresfrüchten spezialisiert sind.

Josué Marques, Vertreter der Fischereigewerkschaft im Süden Portugals, fordert, dass die entstandenen Nachteile durch einen von den Erdöl-Unternehmen getragenen Finanzausgleich verringert werden sollten.

Der Gewerkschaftsvertreter betont, dass der Fond zur Kompensation von Lohnausfällen für die Beschäftigten des Fischereigewerbes (ein 2004 von der Regierung eingerichteter sozialer Schutzmechanismus) weder das derzeitige Szenario noch etwaige zukünftige Ölkatastrophen abdeckt, sollten hier Erdölvorkommen gefunden werden.

Der zur Laufzeit der Massnahmen befragte Kommandant der Wasserschutzpolizei, Marques Ferreira, sagte, dass die Störungen früher als geplant beendet sein werden. Ursprünglich war die Beendigung der Arbeiten für den 6. Mai vorgesehen. Da die Operation aber zügig voranschreite, wurde der Termin auf den 25. April vorverlegt.

Erinnern wir uns daran, dass José Luís Ferreira, Abgeordneter der Partei „Os Verdes“ (Die Grünen), die Untersuchungen im Lebensraum von Hummern und Krabben vor der Küste der Naturschutzgebiete „Ria Formosa“ und „Sapal de Castro Marim“ kritisiert hatte. Die derzeitige Situation ist allerdings nicht neu: Schon 2011 waren die Fischer im Gebiet zwischen Nazaré und Vila do Conde, aufgrund einer ähnlichen Untersuchung, starken Beeinträchtigungen ausgesetzt.

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