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The Zeitgeist Movement
Eine neue Zukunft für die Menschheit?
„Eine Vision von der Zukunft, in der kein Geld existiert, gesteuert von Computern, eine komplett neu durchdachte Zivilisation, so als hätten Karl Marx und Carl Sagan John Lennon zu den Zeiten von «Imagine» angeheuert, um nichts anderes zu tun, als eine komplette Umgestaltung der Lebensstrukturen auf diesem Planeten“.
So die New York Times über die wichtigsten Ideen der «Zeitgeist» Bewegung in einem Artikel vom 16. März 2009 mit dem Titel «They’ve Seen the Future and Dislike the Present».
In der Tat ist der Übergang in einer mehr oder weniger nahen Zukunft von einer Wirtschaft, die auf Geld basiert, zu einer, die auf den Ressourcen der Erde beruht und sie durch wissenschaftliche Methoden und Hightech für jedermann zugänglich macht, scheinbar eine Utopie. Für den Aktivisten Miguel Oliveira (a.k.a. Darr), der im Bereich Werbung und Multimedia in Porto arbeitet, ist es ein Ziel.
„Ich sehe das Geldsystem, und damit kapitalistische Praktiken, nur als Meilenstein in der Evolution des Menschen, der in der Vergangenheit seine Vorteile hatte und uns erlaubt hat hierher zu gelangen. Aber heute ist es ein anti-ökonomisches System, weil es auf der Idee basiert, dass wir auf einem Planeten mit begrenzten Ressourcen unendlich wachsen können“, erläutert er.
Die Vision der Befürworter der «Zeitgeist» Bewegung gründet sich auf die Ideen von dem Erfinder und Industriedesigner Jacque Fresco, heute 94 Jahre alt.
In Florida gründete Fresco zusammen mit seiner Lebensgefährtin Roxanne Meadows ein Forschungszentrum namens «The Venus Project», wo runde Städte, geometrische Gebäude über und unter Wasser, visionäre und umweltfreundliche Architektur erdacht wurden.
Diese Projekte sind gerechtfertigt, weil sie „sehr einfach sind und es weniger Energie braucht, um neue, effizientere Städte zu erbauen als zu versuchen, die alten Probleme zu lösen“, kann man auf der Webseite lesen. Science-Fiction?
„Ich würde die Vision «The Venus Project» nicht als Traum sehen. Es ist nur eine derzeitige Möglichkeit des menschlichen kreativen Potentials, eine Möglichkeit, an der wir arbeiten sollten, wenn wir wirklich wollen, dass der Planet auf andere Art gedeiht“, sagt Darr.
In diesen imaginären Städten ist die eigentliche Revolution das Sozialmodell. Die Bürger erhalten keine Gehälter, Arbeitsverträge oder Bankkonten. Auch keine Politiker.
Es wäre „ein globales System, in dem die Ressourcen des Planeten zum gemeinsamen Erbe aller Bewohner erklärt würden, in dem alle Güter und Dienstleistungen ohne Geld, Tausch oder andere Schuldknechtschaft für jedermann verfügbar sind“.
Ein System, in dem „die Ressourcen der Erde so verwaltet werden, dass sie Wohlstand und Qualität schaffen und der Abfall dank intelligenter Technologien und der Anwendung wissenschaftlicher Methoden reduziert wird“, erklärt Darr.
Es ist ein Rezept, um Krieg, Armut, Kriminalität, soziale Schichten und Korruption auszurotten. Glaubt daran jemand?
„Einer der einzigartigen Aspekte der «Zeitgeist» Bewegung ist das Fehlen eines Typen-Profils, auch wenn die Mehrheit der Anhänger Studenten sind“, weil sie besseren Zugang zu Informationen und weniger Vorurteile haben.
„Aber wir können die wachsenden Zahlen an Kulturen und Altersgruppen nicht ignorieren, die sich uns angeschlossen haben, von Studenten bis zu Senioren, von Rebellen über Intellektuelle, Männer, wie Frauen, von Gläubigen bis Atheisten“, meint Darr.
„Eines der innovativsten Beispiele, die wir jüngst erlebt haben, war die Präsenz der Bewegung auf einem Platz in Lissabon während einer Demonstration gegen die NATO. Wir waren nicht dort um zu demonstrieren, sondern nur mit einem Info-Stand und mobilen Aktivistengruppen präsent, die mit den Menschen auf der Straße gesprochen, Kontakte hergestellt, einschlägige Diskussionen geführt und DVDs verschenkt haben. Es war eine sehr positive Veranstaltung, nicht nur für die anwesenden Mitglieder, sondern auch wegen des Feedbacks der anderen Menschen“, meint er.
Jeder kann sich auf der Webseite registrieren. Die Formulierung „verstehen, kommunizieren, mitmachen“ fasst zusammen, was von den Aktivisten erwartet wird. Es gibt mehrere Teams, in denen jeder frei mitmachen kann, zum Beispiel mit Übersetzungsarbeit.
Auf globaler Ebene hat sich die Botschaft durch die Dokumentationen des Amerikaners Peter Joseph, Gründer der Bewegung, verbreitet, mit dem Darr in direktem Kontakt steht.
Joseph schrieb, inszenierte, produzierte und komponierte den Soundtrack und erzählte das Skript zu «Zeitgeist the Movie» 2007 sowie die Fortsetzung «Zeitgeist: Addendum» im Oktober 2008.
Beide Filme kursieren kostenlos im Internet und wurden von Millionen von Menschen über verschiedene Plattformen und in diversen Formaten gesehen.
Auf den neuen Film «Zeitgeist: Moving Forward» angesprochen sagt Darr, dass er „ein Modell für das Verständnis der gegenwärtigen sozialen Paradigma schafft und zeigt, warum es wichtig ist, das zu beenden“.
Die neue Dokumentation behandelt verschiedene soziale Probleme, die es heute auf der Welt gibt, und zieht mehrere Beiträge von Experten und Wissenschaftlern mit ein. „Ich persönlich sehe den Film als wichtigen Katalysator und als Impuls für eine neue soziale Richtung“, sagt er.
Die Zeitgeist Bewegung ist nach nationalen und regionalen Abschnitten organisiert. In Portugal existiert sie in Aveiro, Coimbra, Lissabon, Porto und Madeira. Demnächst eröffnet eine Basis an der Algarve, in Faro.
Der nationale Koordinator hat inzwischen seine Identität offenbart, hat uns jedoch gebeten, „vorsichtshalber“ kein Foto zu veröffentlichen, da er schon „von Individuen mit sozial abweichendem Verhalten“ Drohungen erhalten hat.









