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Ecoteca de Olhão/ Chalé João Lúcio
Eine bessere Welt beginnt hier

Seit vier Jahren ist Fátima Monteiro, 38, für die Aktionen der Ecoteca de Olhão verantwortlich. Die Bilanz fällt positiv aus. “Am Anfang war es sehr schwierig, ein Publikum zu gewinnen. Aber heute sind wir sehr zufrieden mit den Aktivitäten, die wir anbieten. Die Leute besuchen uns gerne und zeigen Interesse. Wir können beobachten, dass wir für das Gemeinwesen arbeiten”, erklärt sie.
Von dem anfänglichen Netzwerk, das 1997 begonnen wurde, sind zurzeit drei Ecotheken in Portugal aktiv – Olhão, Serras de Aires e Candeeiros und Macedo de Cavaleiros. Interessanterweise existieren auf den Azoren sogar acht.
“Es soll den Kindern Spass machen, hier etwas zu lernen. Wir erzählen Geschichten, spielen mit ihnen, erklären die thematischen Ausstellungen, schauen Filme. Alles, um einen reichen Erfahrungsschatz aufzubauen, wobei sie die Botschaften dahinter nie wieder in Vergessenheit geraten sollen”, erläutert die Koordinatorin.
Unter dem Mantel eines Kooperationsprotokolls, dem die Erziehungs- und Umweltminister zugestimmt haben, hat jede Ecothek einen Lehrer als Koordinator, der besonderen Pflichten nachkommen muss. Der Vorteil liegt darin, dass diese Lehrer den pädagogischen Anforderungen der Schulen näher stehen. Der Nachteil ist die Unsicherheit ihrer Stelle. Fátima weiß, dass sie nur noch bis zum 31. August hier tätig bleiben kann. “Es ist jedes Jahr das Gleiche, und es schränkt unsere Arbeit stark ein, da wir nie langfristig planen können”, beklagt sie.
Die Zusammenarbeit mit den Schulen ist immer gefragter und bedarf gemeinsamer Bemühungen. “Wir entwickeln zu Beginn des Schuljahres mit den Lehrern Projekte, die auf den Lernstoff abgestimmt sind, den sie hier vertiefen können”. Alle Aktivitäten für die Kinder sind kostenlos.
Gleichzeitig stellt aber die Logistik ein enormes Problem dar. “Wir haben bemerkt, dass immer mehr Schulen der verschiedenen Gemeinden an der Algarve Schwierigkeiten haben, den Transport zu organisieren. Sie sind an unserem Angebot interessiert, aber finden keine Möglichkeit, hierher zu gelangen”, bedauert sie.
Nichtsdestotrotz hatten wir 2009 insgesamt 7.059 Besucher. Die meisten kamen aus Grundschulen (58 Prozent aller Besucher im vergangenen Jahr). Aber es kommen auch Vorschüler (20 Prozent), Gymnasiasten oder andere Interessierte (7 Prozent).
Die Lehrerin für visuelle Erziehung und Technologie, Monteiro, sagt, dass die Ecothek in Olhão fast jeden Monat auch etwas für Erwachsene bereit hält.
Aber mit eingeschränkten Mitteln und ohne Budget stellen sie oft einfach nur die Räumlichkeiten zur Verfügung. “Wir laden Leute ein, etwas für die Bildung der Öffentlichkeit anzubieten. Klar, dass die Dozenten oftmals eine lange Anreise haben und diese Aktivitäten dann für die Teilnehmer kostenpflichtig sind”, erklärt sie.
Das gilt auch für die erste Aktivität, die 2010 angeboten wird. Ab Samstag, dem 23. Januar, gibt die deutsche Dozentin Clare Kundert einen praktischen Kurs über ökologischen Anbau. Er wird am 30. Januar und 20. und 27. Februar weitergeführt, jeweils von 10 bis 13 Uhr und von 14 bis 17 Uhr.
Es ist ein Intensivkurs, der sich auf vier Workshops verteilt, und das Ziel verfolgt, die Umsetzung der verschiedenen Prozesse im Garten zu vermitteln. Jeder Workshop besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil, zu dem jeder Teilnehmer ein Grundlagenhandbuch erhält.
Der ökologische Anbau gesteht der Erde zu, ein „Lebewesen“ zu sein und nutzt die Kraft und den Rhythmus der Energien der Natur. Das ist der große Unterschied zu anderen Formen der Landwirtschaft.
Clare Kundert wird über Böden und Anbaupraktiken sprechen, die Rolle des Mondes und seinen Einfluss auf die Pflanzen, das Kompostieren, die Kontrolle der Insekten und Krankheiten, die Wahl des Saatguts und viele andere Themen.
Der Kurs kostet 120 Euro, aber die Dozentin findet auch einen Weg für Interessenten, die nicht die Möglichkeit haben, ihn komplett zu zahlen, da sie nicht möchte, dass Leute aus finanziellen Gründen wegbleiben. Es ist möglich, dafür einen Dienst zu leisten.
Aber das Programm 2010 bietet auch kostenlose Veranstaltungen. “Jeder, der bei uns seine Arbeit vorstellen möchte, ist herzlich willkommen, dafür wird generell von den Teilnehmern keine Gebühr erhoben”, erklärt Monteiro.
Das können zum Beispiel Vorträge, Buchvorstellungen oder Konzerte von unbekannten Bands sein. Monteiro betont, dass die Türen kulturellen und wissenschaftlichen Initiativen immer offen stehen und neue Ideen sehr willkommen sind.
Ein weiteres Beispiel ist der Vortrag «Aprenda a tirar partido da energia solar/ Solarenergie nutzen lernen» von Pedro Soares. Er gibt Ratschläge über das Potential neuer Technologien zur Gewinnung von Wärme oder Strom. Dieser Kurs findet ausnahmsweise in der Schule Francisco Fernandes Lopes in Olhão statt, am 21. Januar um 19:30 Uhr.
Auch an Familien wird gedacht. Am 6. März wird der Workshop «Culinária colorida para pais e filhos/ Farbenfrohes Kochen für Eltern und Kinder» abgehalten. “Oft halten wir Kinder von den Dingen fern, die für sie gefährlich sein könnten, aber wir gestalten diesen Kurs sehr sicher, und auf diese Weise entwickeln die Kinder eine gesündere Beziehung zu Lebensmitteln”. Die Kursleiterin ist die Deutsche Christiane Grimm, die von ihrer siebenjährigen Tochter dabei unterstützt wird. Sie ist besonders an Solarherden interessiert, die sie benutzen wollen, wenn es das Wetter zulässt.
Das Geschichten-Festival, das im April hier im Hause stattfinden wird, organisiert der Kulturverein ARCA aus Faro. Im nächsten Monat gibt es wieder die Ideenmesse «Framboesa, feira de encontros e ideias”. “Hierbei ist der Gedanke, dass sich Leute spontan zusammenfinden und Dinge wie Bücher, Kleidung, Spielzeug oder was auch immer tauschen können. Auf diese Weise erhält man etwas Neues, ohne den konventionellen Weg des Konsums einzuschlagen”.
Das vielleicht ambitionierteste Projekt der Ecothek ist wohl aber die kommende Kampagne «Limpar o mar/ Säubert das Meer», die für Mai geplant ist. “Wir werden die Fischer involvieren, und in dem Zeitraum dieser Initiative bitten wir sie, uns den ganzen Müll zu bringen, den sie in ihren Netzen fangen. Besonders in den Schleppnetzen”, erklärt Fátima.
Letztendlich gibt es im Juni den vierten Wettbewerb «Sabor Solar/ Aroma der Sonne» - eine gastronomische Veranstaltung für Freunde der Solarherde, bei der sie uns ihre Techniken und Rezepte zu zeigen.
Die Ecothek unterliegt übrigens drei Körperschaften – ICNB (Eigentümer des Gebäudes), der Gemeinde Olhão (die zwei Funktionäre und ihre Hilfe zur Verfügung stellt) und APA, der portugiesischen Umweltagentur.
Um dorthin zu gelangen, folgen Sie der N125 Richtung Tavira und biegen Richtung Campingplatz Olhão/Marim ab. Weiter geradeaus und dann direkt nach dem Bahnübergang links ab in den Weg, der parallel zu den Bahnschienen verläuft.
Die Ecothek hat montags bis freitags von 9:30 bis 12:30 Uhr und von 14:30 bis 17:30 Uhr geöffnet. Weitere Informationen erhalten Sie telefonisch unter 289 700 940 oder per E-Mail an Email








