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ALGAR

Die automatisierte Recyclinganlage

Nachdem die Kapazität des alten manuellen Betriebs bei ALGAR, der an der Algarve für die Weiterverwertung von Abfall verantwortlichen Firma, erschöpft war, wurde am vergangenen Freitag, dem 11. Dezember, eine neue Anlage eingeweiht, die erlaubt, die fünffache Menge zu Recyceln. Ab jetzt werden die Materialien vollautomatisch mit einer Geschwindigkeit von 2,5 Tonnen pro Stunde getrennt. Das gesteckte Ziel ist, 23.500 Tonnen Verpackungsmüll pro Jahr zu recyceln.
Bruno Filipe Pires, Ausgabe 606 (17 Dez 2009), Ohne Kommentare »
Bruno Filipe Pires

Es ist der letzte Schrei der österreichischen Technik. Das neue Sortiersystem für Verpackungsmüll der ALGAR ist auf dem Firmengelände in der Nähe des Stadions der Algarve bei Loulé in Betrieb genommen worden. Hier wird alles getrennt, was in den Wertstofftonnen an der Westalgarve eingesammelt wird.

Die Anlage bedeutet ein Investment von 1,6 Millionen Euro, obgleich es auf Gesamtkosten von 3,2 Millionen hinauslaufen wird, da die Firma eine zweite, identische Anlage für die Deponie in Porto de Lagos, Portimão, anschaffen will.

Laut Hélio Barros, Geschäftsführer von ALGAR, werden diese beiden Anlagen die Lösung sein, um dem Plastik- und Metallmüll, der an der Algarve in diesem Jahr um 11,9 Prozent anstieg, Herr zu werden. Und sie werden helfen, die Zuspitzung im Sommer zu überstehen, wenn in den 4.405 Sammelbehältern, die in der Region verteilt sind, 40 Prozent mehr entsorgt wird als im Rest des Jahres.

Was diese Anlage so besonders macht, sind ihre künstliche Intelligenz und Autonomie. Außerdem nimmt sie wenig Raum ein. Voll in Betrieb wird die Maschine von einem Laufband gespeist, das eine Mischung aus losen Dosen, Tetrapaks und Kunststoffflaschen aller Art transportiert.

Daraufhin “erkennt die Maschine die Wertstoffe mit Hilfe eines optischen Infrarotsensors”, erklärt Miguel Nunes, Leiter für ergänzende Maßnahmen bei ALGAR. Durch 60 kleine Druckluftdüsen wird das Material dann in die entsprechenden Container befördert.

Im Jahre 2000 musste ALGAR ein Fließband für die Trennung von Plastik und Metall per Hand anschaffen, das 900.000 Euro gekostet hat. Voll in Funktion, waren für die Arbeit in drei Schichten 20 Mitarbeiter nötig, um im Schnitt 0,45 Tonnen Verpackungen pro Stunde zu trennen.

Für die Bedienung der neuen Maschine sind nur zehn Arbeiter nötig, und pro Schicht wird die 5,5-fache Menge getrennt. Der Energieverbrauch ist vergleichsweise um 48 Prozent gesunken.

Auch wenn die Anlage ultramodern ist, vermag sie keine Wunder zu vollbringen, und körperlicher Einsatz ist nach wie vor erforderlich. Die leichten Materialien, wie Plastiktüten, bleiben auf dem Band und werden per Hand sortiert. Für viele gibt es noch keine Wiederverwertungsmöglichkeiten, und sie landen am Ende auf der Mülldeponie.

Laut Miguel Nunes werden in Zukunft diese “abgelehnten” Materialien genutzt, um Ersatzbrennstoffe zu produzieren, die zum Beispiel in der Industrie eingesetzt werden können. Das ist eine Maßnahme, die für den Strategischen Plan der Entsorgung fester städtischer Abfälle (PERSU II) vorgesehen ist, den Portugal für 2007 bis 2016 entworfen hat.

Obwohl nun weniger körperliche Arbeit benötigt wird, ist laut Hélio Barros keiner der 240 Arbeitsplätze bei der Firma in Gefahr. Auf der Pressekonferenz zur Einführung der Maschine, hob der Leiter sogar den Bedarf an weiteren Mitarbeitern in naher Zukunft hervor.

“Wir wollen durch neue Aktivitäten, wie die Zerkleinerung von Bauschutt, eine Einheit für Altöl, eine Zentrale für organische Abfälle und eine Einheit für die Zerlegung von elektrischen Geräten, noch mehr Arbeitsplätze schaffen”, erklärt er.

Von Januar bis Oktober 2009 trennte und recycelte ALGAR circa 32.300 Tonnen wiederverwertbare Abfälle. Nach der korrekten Trennung kommen die Wertstoffe zur Sociedade Ponto Verde (Grüner Punkt), einer gemeinnützigen Körperschaft, die in Portugal für die sinnvolle Nutzung dieser Materialien verantwortlich ist.

Bezüglich der Kontroverse im vergangenen September, ob Ponto Verde, um nicht bankrott zu gehen, weniger Plastik recyceln solle und der damit einhergehenden negativen Konsequenzen für die Gesellschaft, sagt Hélio Barros: “Die Leute können beruhigt sein. Im Moment liegt uns ein Vertragsangebot vor”, um diese Problematik zu lösen.

Von all den Projekten, die die Firma in Angriff genommen hat, hebt sich die neue Anlage für organische Materialien ab, die für São Brás de Alportel mit einem Investment von 7 Millionen Euro geplant ist. Voraussichtlich soll sie Ende 2010 in Betrieb genommen werden.

Unter anderem sollen hier die Essensreste aus Restaurants und Hotels verwertet werden. Das Endprodukt findet dann in der Landwirtschaft Verwendung.

Erwähnenswert ist, dass die Firma seit 2003 einen absolut reinen Kompost aus “grünen“ Abfällen aus Privatgärten und Grünflächen produziert.

Das Produkt nennt sich «Nutrivede» und entstammt den Kompostanlagen in Portimão und Tavira und wird erfolgreich von den Golfplätzen, der Forstwirtschaft und der Gartenindustrie eingesetzt.

Während der Einweihungsfeier rühmt der Vorstand der EGF (Empresa Geral do Fomento), der 56 Prozent von ALGAR gehören, Emídio Xavier, die “ausgezeichnete Arbeit in den letzten zehn Jahren in dieser Region”. Er betont, dass ALGAR seit 1999 “22 Müllhalden abgebaut hat, die etwa 500.000 Quadratmeter an der Algarve eingenommen hatten”. Die restlichen 44 Prozent von ALGAR gehören den 16 Landkreisen der Algarve.

Der Verantwortliche fügt hinzu, dass die Firma allein in den kommenden Jahren um die 100 Millionen Euro in die Verbesserung der Umwelt der Algarve investieren wird.

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