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Irmela Kuhn
Physiotherapeutin für Tiere

Totgesagte leben länger!
Irmelas Patienten sind überwiegend ältere Tiere, obwohl ihre Behandlung – ebenso wie bei den Menschen – für Tiere jeden Alters von unschätzbarem Wert ist, die Traumata oder Unfälle erlitten haben und sanfte Übungen zum Regenerieren benötigen. An dem Morgen, an dem wir sie besuchen, treffen wir ihren derzeitigen ‘Star’ Lennox (‘Lenny’ genannt) – einen zehnjährigen Boxer mit zwei kaputten Knien, einem Rückenleiden und ererbter Arthritis. “Um ehrlich zu sein haben wir, bevor wir Irmela aufgesucht haben, gedacht, wir könnten nichts mehr für Lenny tun” berichten uns die Besitzer Tony und Val. “Er konnte sich vor Schmerzen kaum noch bewegen. Wir dachten tatsächlich, dass es unser letzter Tierarztbesuch mit ihm sein wird – und dann berichtete uns der Arzt von Irmela”.
Irmela arbeitet in einem kleinen Holzhaus, das in eine Tierklinik für Physiotherapie umgebaut wurde. Es verfügt über ein schönes, bequemes, großes, niedriges Bett – eine Infrarotlampe, eine TENS-Maschine (Reizstromgerät), Laser (zur Wundbehandlung), ein elektrisches Gerät zur Behandlung der Sehnen, Heizkissen, gerollte Handtücher für den Komfort, und eine hübsche Rasenfläche vor der Tür (“ausgezeichnet für sanfte Übungen”), eine Kiesfläche (gut für Hunde mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit oder zum Ausstrecken verletzter Extremitäten), und einen freistehenden Pool für Hydrotherapie. An den Wänden der Klinik hängen Diagramme über den Aufbau von Hunden und ihrer Muskulatur, und überall findet man das ein oder andere kleine bewegliche Modell von Pferden und Katzen.
“Ich habe Tiere schon immer geliebt,” fasst Irmela ihren Werdegang für uns zusammen. “Und schon immer wollte ich Tierarzthelferin werden, nicht Tierarzt – aber irgendwann kam ich an einen Punkt, an dem ich neue Möglichkeiten gesucht habe. Etwas mit Tiefgang. Ich hatte von Physiotherapie für Tiere gehört und mich genauer informiert. So entdeckte ich, dass ich einen Fernkurs mit einem Intensivpraktikum während meiner Ferien in Deutschland machen konnte. Es schien ideal – und etwas, was es hier noch nicht gab.
“Ich schloss den Kurs letzten Juni erfolgreich ab und praktiziere seitdem. Klar, dass zu Beginn alles etwas langsamer vonstatten geht – aber ich nehme Kontakt mit den Tierärzten der Umgebung auf und hoffe, dass sie daran interessiert sind, mit mir zusammen zu arbeiten. Man könnte behaupten, es sei eine Art Konkurrenz, aber eigentlich ist das nicht der Fall. Für diese Behandlungen haben Tierärzte überhaupt keine Zeit und es ist eine Art, den Tieren auf natürliche Weise ein Stück Lebensqualität wieder zu geben!”
Die ‘natürliche Art und Weise’ war für Tony und Val ein ganz entscheidender Faktor. Lenny humpelte von seinem letzten Tierarztbesuch zwar immerhin nach Hause, musste aber Medikamente für satte 4 Euro täglich einnehmen.
“Wir konnten uns das einfach nicht mehr leisten, aber ohne die Medikamente wäre Lenny wieder am Ausgangspunkt der Behandlung gewesen”, erklärt Val.
Nach dem Besuch bei Irmela, die von dem Tierarzt empfohlen wurde, änderte sich Lennys elender Zustand fast über Nacht.
“Als er das erste Mal bei mir war, habe ich mit seinem Rücken gearbeitet, wobei ich Heizkissen, Reizstrom und Massage zu Hilfe nahm. Mir fiel auf, dass die Haut um seine Schulterblätter herum sehr ‘fest saß’, also lockerte ich Stück für Stück die Faszien (Weichteilkomponenten des Bindegewebes), um ihm zu helfen, sich zu Bewegen”, erklärt Irmela.
Nach dieser ersten Behandlung, die insgesamt eineinhalb Stunden dauerte, kam Lenny nach Hause und “schlief zwei Tage lang”. Das ist aber eine ganz normale Nebenerscheinung bei dieser Art Therapie.
Zwei Behandlungen später, konnten seine Besitzer es kaum fassen, er “flitzte durch die Gegend wie ein junger Hund”.
“Sein Zustand hat sich nicht wieder verschlechtert! Es ist ein absolutes Wunder!” freut sich Tony.
Einmal wieder ‘ausgeglichen’, muss Lenny nicht mehr wie zu Beginn zwei Mal wöchentlich zur Behandlung, sondern nur noch einmal – und er muss überhaupt keine Medikamente mehr nehmen!
“Er kann es inzwischen gar nicht mehr abwarten, ins Auto zu kommen… er glaubt wohl, wir fahren immer hier her”, scherzt Val.
Ein anderer Patient, Chouriço – ein rundlicher Spitzmischling, hat ähnliche, altersbedingte Probleme. Eine stattliche Erscheinung für einen ‘alten Knaben’. Aber in einem Moment ging es ihm blendend, im nächsten brach er qualvoll in Schmerzen zusammen – was sein Frauchen Andrea bestürzte. Besonders, weil sie mit ihm bereits bei Tierärzten war und er eigentlich ‘geheilt’ war. Es schien keine Lösung des Problems in Sicht.
Wir haben ihn bei seiner zweiten Visite förmlich strahlend auf der Couch vorgefunden. Seit dem ersten Besuch ein paar Tage zuvor, gab es keine Rückfälle seiner Schmerzanfälle mehr.
“Was ich niemals kann, ist etwas versprechen”, betont Irmela. “Jedes Tier ist anders, es gibt viele unterschiedliche Probleme. Heute Nachmittag zum Beispiel werde ich eine kleine junge Hündin mit einem schwer verletzten Vorderlauf behandeln. Man hat sie so gefunden, und wir wissen nicht, was ihr widerfahren ist. Ich habe wirklich keine Ahnung, ob ich ihr helfen kann. Ich werde drei Sitzungen mit ihr machen, danach müssen wir die Situation erneut beurteilen.”
Die Hündin Cindy ist ein bezauberndes kleines Wesen und hüpft wie ein Känguru durch die Gegend; ihr verletztes, scheinbar gefühlloses Bein, hängt einfach runter und dadurch entstehen weitere Verletzungen. Irmela behandelt ihre Sehnen mit Reizstrom und versucht so zu verhindern, dass Cindys Muskeln total verkümmern. Wenn sie die Impulse bekommt, sieht man, wie ihre Muskeln reagieren, aber es sieht trotzdem nicht gut für das Bein aus.
“Wenn wir das Ausmaß der inneren Verletzung wüssten”, seufzt Irmela – aber das würde eine kostenintensive MRI erfordern, die Cindys Retter nicht aufbringen können.
Einige Tage später erfahren wir, dass Cindy eine Hydrotherapie erhalten hat und ihre Muskeln und Schultern erste Anzeichen aufweisen, wieder zu funktionieren…
Irmela hat auch gelernt, Pferden zu helfen. “Das ist sehr anstrengend! Diese Behandlungen dauern um die zwei Stunden und erfordern so viel Arbeit und Energie, aber es ist erstaunlich, ihre Reaktionen zu erleben. Sie lieben es tatsächlich und haben so viel davon.”
Irmelas Plan ist, ihre neuen Erfahrungen zu vertiefen und in den kommenden Jahren weitere Kurse zu absolvieren, um ihr Fachwissen zu perfektionieren.
“Es ist ein riesiges Gebiet, auf dem man den Tieren und ihren Besitzern wirklich helfen kann. Die Physiotherapie verbessert die Lebensqualität insgesamt.”
Für weitere Informationen nehmen Sie mit Irmela Kontakt auf: www.animalphysio.eu. Per Telefon: 965211996 oder E-Mail: Email








