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São Brás de Alportel
Zém - Das Kunstlager

Es war einmal eine alte Korkfabrik. Sie war viele Jahre lang in Betrieb, und nachdem sie geschlossen wurde, geriet sie langsam in Vergessenheit. Man kannte sie unter dem Namen des Besitzers, Senhor Chico Velha. Er war der Opa von Ana Isabel Palma, die die Fabrik vor der Verwahrlosung rettete.
Die Nichte des alten Industriellen begann vor etwa drei Jahren gemeinsam mit ihrem Mann Paulo Penisga, ihre Idee zu verwirklichen. Die Restaurierungsarbeiten nahmen sehr viel Zeit in Anspruch. “Wir wollten einen zeitgemäßen Ort schaffen, aber die rustikalen Elemente erhalten”, berichtet Palma.
“Zu Beginn stellten wir uns nur eine Galerie vor”. Aber dann, um dem Projekt etwas mehr Nachhaltigkeit zu verleihen, und auch um es für mehr Leute attraktiv zu gestalten, wuchs die Idee, eine Café-Bar zu eröffnen, dessen Hauptattraktion hundert verschiedener Teesorten sein sollten.
Das Paar hat alles selbst finanziert. “Wir hatten Unterstützung des Vereins „In Loco“, der uns bei der Bewerbung um Europäische Fonds für Geschäftseröffnungen behilflich war. Aber es war ein riesiges Investment, das sich auf 90.000 Euro belief”, erzählt Paulo Penisga, bekannt für seinen Unternehmergeist und seine Liebe zur Kunst.
An der ersten Sammelausstellung beteiligen sich vier Künstler. Der herausragendste mag der Keramiker Heitor Figueiredo (Braga, 1952) sein. Seine Arbeiten “versetzen die Besucher in ein kindliches Universum” und “das ist äußerst interessant”. Einige Leinwände tragen die Signatur von Ivo (Lissabon, 1959), einem berühmten Künstler, der zu der avantgardistischen Gruppe „Movimento Homeostético“ gehört, die Anfang der 80er Jahre in Lissabon entstanden ist. Und es gibt Fotografien von Rui António zu sehen. Einem Talent aus der Gegend, der bereits mit der Zeitschrift «Em Cena» zusammengearbeitet hat und auf einen interessanten Lebenslauf blicken kann. Außerdem sind noch die detaillierten Zeichnungen von Inez Wijnhorst dort ausgestellt.
“Unser Kriterium ist es, Kunst auf intermediäre Weise auszustellen. Wir beginnen mit relativ bekannten Künstlern, die sich darauf verlassen können, dass wir dieses Abenteuer wagen. Danach möchten wir gerne den einen oder anderen unbekannten Künstler vorstellen und ihm helfen, bekannter zu werden. Aber vor allem möchten wir seriös arbeiten”, sagt Paulo Penisga.
“Zukünftig werden hier Workshops auf verschiedenen Gebieten stattfinden. Wir werden einen „Mufla“ (Brennofen für sehr hohe Temperaturen) für Raku Keramiken anschaffen, außerdem diverse Gäste einladen, um Unterricht und kleine Kurse zu geben”, verrät Palma.
Zudem ist der Ort an sich sehr interessant. Überall findet man kleine Details. Ein schweres, antikes Räderwerk aus Eisen, das früher dazu diente, die schweren Korkbündel anzuheben, ist ein echter Blickfang. Es ist ein altertümliches Stück Industrie, “das schon zusammen mit dem Schutt einer benachbarten Bebauung zum Abholen draußen lag” und dem hier neues Leben eingehaucht wurde. An den Wänden befinden sich alte portugiesische Ziegel, und alle Tische sind mit originellen Zeichnungen und Collagen dekoriert.
Ein weiteres nennenswertes Detail ist ein großes altes Foto, das an die ehemalige Fabrik erinnert. “Wir dachten, es solle eine Hommage an meinen Opa geben und ebenso an die Männer, die damals hier gearbeitet haben”, erzählt Palma. Das «Zem» ist, “als wäre unser Wohnzimmer der Öffentlichkeit zugänglich. Es gefällt uns, hier zu sein und wir hoffen, den anderen geht es genauso”, schließt Penisga.
Das Kunstcafé ist bis Ende August ist von 15 bis 1 Uhr geöffnet. Ab September montags bis mittwochs 9:30 bis 22 Uhr, freitags und samstags von 9:30 bis 1 Uhr, sonntags 14 bis 20 Uhr. Donnertags ist geschlossen. Es befindet sich gleich neben der freiwilligen Feuerwehr.








