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Ausgabe 714
2012-02-02 > 2012-02-08
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Loulé

«Mobilehome» - Kunst vor Ort geschaffen

Es handelt sich hier nicht einfach nur um eine weitere Ausstellung. Es ist das Resultat des Projektes “Mobilehome”, bei dem 25 Künstler aus der Algarve mitwirken. Die meisten von ihnen stehen mit der Visuellen Kunst in Verbindung. Auch befindet sich diese Ausstellung nicht in einer gewöhnlichen Galerie, sondern in einer ehemaligen Olivenölkelterei im Herzen von Loulé, wo die Schüler und Ausbilder in den letzten fünf Wochen gemeinsam gearbeitet haben. Fotografien, Zeichnungen, Gemälde, Skulpturen, Videocollagen und Installationen gehören zu den Werken, die man sich bis zum 27. September im «Lagar das Portas do Céu» anschauen kann.
Bruno Filipe Pires, Ausgabe 588 (13 Aug 2009), Ohne Kommentare »

Anfang vergangenen Juni eröffnete die Stadtverwaltung Loulé die Einschreibemöglichkeiten zu einem experimentellem zeitgenössischem Kunstkurs. Die Bewerber sollten Künstler aus dem Bereich „Visuelle Kunst“ sein. Die Teilnehmerzahl war auf 25 beschränkt, und sie wurden anhand ihres Begründungsschreiben, Lebenslaufs und Portfólio mit ihren jüngsten Arbeiten ausgewählt.

“Es sind Künstler von höchster Güte, die fünf Wochen lang die Gelegenheit hatten, ihre Ideen international anerkannten kontemporären Künstlern vorzustellen”, erklärt Nuno Faria, Kurator des Projektes und Programmleiter des zukünftigen «Museu de Arte Contemporânea» de Faro.

Der Kurs fand an drei unterschiedlichen Orten statt: in Querença, wo in Seminaren die Theorie vermittelt wurde, im Palácio da Fonte da Pipa (Konferenzen und Meisterklassen) und im Lagar das Portas do Céu (praktischer Teil), das der Öffentlichkeit nun seine Türen geöffnet hat, um die Resultate zu präsentieren.

Es gibt dort viel zu sehen, obwohl es nur ein kleiner Teil von dem ist, was geschaffen wurde. “Die Auswahl der Ausstellungsstücke war nicht einfach, weil die Teilnehmer viel Weitblick und konzeptionelle Rafinesse entwickelt haben. Daher war das Ergebnis sehr kompakt”, sinnt Faria.

Die alte Kelterei, die mit ihren rohen Wänden inzwischen fast eine Ruine ist, passt zu dem experimentellen Charakter des Kurses. In jeder Ecke befinden sich Zeichnungen, Fotografien, Gemälde. Einige Arbeiten liegen auf den Arbeitsplätzen der Künstler ausgebreitet, ganz einfach mit einer Schreibtischleuchte illuminiert.

“Diesen Ort kenne ich sehr gut. Ich habe ihn letztes Jahr entdeckt, als ich für die Organisation «Allgarve» gearbeitet habe. Die Ausstellung «Reacções em Cadeia» von dem Architekten Luís Tavares Pereira hat hier stattgefunden.

Dieser Ort steckt voller Erinnerungen an die traditionelle lokale Architektur und hält eine starke Verbindung zu den Landsleuten”, berichtet Nuno Faria. Die Öltanks dienen als “Mini-Museen”. “Diese äußerst interessante Idee stammt von dem kubanischem Künstler aus Düsseldorf Diango Hernandez”, sagt Meinke Flesseman, eine der Teilnehmerinnen.

Zu dem Kurs befragt, sagt die holländische Malerin, die in Lagoa lebt:“Es war für uns alle eine unglaubliche Reise. Jeder von uns empfand auf ganz eigene Weise, aber ich glaube, es wird alles, was wir in Zukunft tun, stark beeinflussen.“ „Ich habe gelernt, ein Teil einer Gruppe zu sein, was mir neu war. Zu meiner Zeit war das etwas kompliziert”, berichtet Paulo Serra, ein Maler aus Faro. Er bezieht sich auf die Einsamkeit der Künstler, die sich stundenlang in ihre Ateliers zurückziehen.

Ein Beispiel kreativer Gemeinschaft, das ebenfalls zu den Zielen des Kurses gehört hat, sind die Wandmalereien in der Ölkelterei. “Es war eine konzeptionelle Herausforderung, die uns Jaroslaw Flicinski, polnischer Maler, der als Dozent zu diesem Thema kam, gestellt hat”, erklärt er.

Eine der Hauptkritikpunkte an dem Programm von «Allgarve», ist die Tatsache, dass die meisten Ausstellungen in der Region am Ende des Sommers wieder eingepackt werden und an ihren Ursprungsort zurückgehen. Laut Nuno Faria könnte diese jüngste Initiative für die Künstler aus der Region in Zukunft größere Einbindung und Intervention bedeuten.

“Etwas, das an der Algarve auch noch sehr selten ist, sind kritische Diskussionen. Es fehlen die Ideen derjenigen, die etwas zu sagen haben, unterstützt von solider Arbeit. Ich habe keinen Zweifel daran, dass von hier eine kollektive Kraft ausgeht, eine Gruppe Personen, die bereit sind, Dinge für die Gemeinschaft zu tun und ihre Arbeiten auf beständige Weise weiterentwickeln”, schließt der Kurator.

O Lagar ist von Dienstag bis Sonntag, 17 bis 23 Uhr, geöffnet, und samstags von 10 bis 13 Uhr und 17 bis 23 Uhr.

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