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Ausgabe 729
2012-05-17 > 2012-05-23
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"The Right Juice"

Er ist sehr direkt. Regisseur Kristjan Knigge ist auf der Suche nach Geld. Zu einer Zeit, zu der es zugegebenermaßen „schon schwierig ist, die Finanzierung eines Clips zusammenzubekommen“, geht er los, um die Hunderttausende aufzutreiben, die er für einen Spielfilm in voller Länge benötigt. Eine mühselige Aufgabe? Sehr wahrscheinlich. Doch der 38-Jährige ist überzeugt, dass ein Film über “die andere Algarve” – die des Hinterlandes, abseits der Küste – Touristenströme anlocken und, noch wichtiger, dazu beitragen wird, eine angehende Film-Gemeinschaft direkt vor unserer Haustür anzuschieben. Vivalgarve traf Knigge in Portimão, wo er und sein Team ihre Ideen für den ersten englischsprachigen Spielfilm vorgestellt haben, der exklusiv an der Algarve gedreht werden soll.
Natasha Donn, Ausgabe 710 ( 5 Jan 2012), Ohne Kommentare »

Die Handlung der Geschichte ist so offensichtlich zum Scheitern verurteilt, wie die Idee der Geldbeschaffung in einer lähmenden weltweiten Rezession: Ein gescheiterter Investment-Banker kauft an der Algarve einen heruntergekommenen Bauernhof, um Orangenbauer zu werden. Mit geringen Erfolgsaussichten, seiner auf Eis gelegten Ehe und einem benachbarten Landbesitzer, der allen das Wasser stiehlt, sucht der besagte Banker nach Wasser... und findet Öl!

Es ist eine Komödie mit Drehungen, Wendungen und Delphinen, und sie zeigt, dass selbst wenn alles gegen einen spricht, man am Ende einen Trumpf erlangen kann.

Es ist zudem eine Gelegenheit, von der Knigge lange geträumt hat.

„Ich bin an der Algarve aufgewachsen, war aber 20 Jahre weg. Zum Teil möchte ich den Film unbedingt drehen, weil ich hierher zurückkommen möchte. Ein Spielfilm ist nur der Anfang. Es gibt dieser Tage eine wachsende Gemeinschaft an Filmemachern an der Algarve – und, seien wir ehrlich, sie ist ein Paradies für Filmemacher. «The Right Juice» ist ehrlich gesagt nur Teil eines größeren Plans zur Schaffung einer lokalen Filmindustrie.“

Knigge hat so etwas wie einen Stammbaum. Seine Mutter – und Produzentin des Films – ist BJ Boulter, eine Veteranin zahlreicher Werbespots, die an der Algarve gedreht wurden, und verantwortlich für eine der über längsten Zeitraum ausgestrahlten Werbung in der Geschichte des niederländischen Fernsehens (zufällig für Orangensaft!)

Aufgewachsen an den Film-Sets der Algarve, wusste Knigge bald die chamäleon-ähnliche Qualität von Portugals Landschaft zu schätzen.

„Einen von BJs Werbespots für Umbro, hat sie in nur drei Tagen in “sieben verschiedenen Ländern“ gedreht – alle nur eine Stunde Fahrt von Lissabon entfernt“, erklärt er. „Der Alentejo kann wie Afrika aussehen; Lissabon wie Paris; Dörfer im Hinterland können wie Orte in Osteuropa wirken.

Eine amerikanische Coca-Cola-Werbung von BJ porträtiert sechs Länder, darunter Indien und Schottland, alles im Umkreis von 25 Kilometern von wo wir uns gerade befinden (Portimão) gedreht! Es ist ein wunderbares Land für maximale Wirkung und minimale Kosten – worauf es bei diesem Film ankommt.“

Als Knigge in der Filmindustrie begann, musste jeder mit Ambitionen nach Lissabon gehen oder Portugal ganz verlassen. Seine eigene Laufbahn führte ihn nach Holland, wo er seither arbeitet – er dreht Kurzfilme, Werbespots, Unternehmensfilme, Musikvideos und Dokumentationen.

„Aber dieser Tage ist es anders“, sagt er. „Es gibt einige hervorragende junge Filmemacher an der Algarve, in Almancil und Faro – und sogar Firmen in Lissabon beauftragen ein Unternehmen aus der Algarve für ihre Filme. Das wäre vor Jahren undenkbar gewesen! Weil sich die Dinge so verändert haben, fühle ich, dass jetzt die Zeit ist, um es hier zu versuchen und zurückzukommen. Dies ist mein “Zuhause“. Ich kann mir nichts besseres vorstellen, als in der Lage zu sein, zurückzukehren und hier zu arbeiten.“

Aber wie jedem nur allzu bewusst ist, ist jetzt nicht gerade die beste Zeit – oder? „Unser Timing ist echt mies!“ lächelt Knigge. „Es ist eine schreckliche finanzielle Ära für die Menschheit. Es gibt hier kein Geld; es gibt keine steuerlichen Anreize für Filmemacher. Es ist ein Kampf – aber wir sind zuversichtlich, dass wir es schaffen können, wenn wir Hilfe von der lokalen Gemeinschaft erhalten.“

Auf einer zweitägigen Promotionstour für «The Right Juice» hier, planen Knigge und sein Co-Produzent Chris Parker noch weitere Besuche in diesem Monat, in Faro (18. Januar) und Portimão (19.), um zu versuchen eine Finanzierung, Sponsoren und Geldgeber zu finden. Das Finanzierung-Konzept hat bereits begonnen – mit Menschen, die so viel spenden, wie sie können –, und der Film hat schon eine Reihe von Sponsoren, die Waren oder Dienstleistungen zugesagt haben.

„Wir brauchen noch alle möglichen Dinge: einen Lkw voller Orangen, Getränke für die Besetzung und Crew, Kraftstoff für die Fahrzeuge, Wohnmobile für das Set… Details kann man auf unserer Website finden“, fügt Knigge hinzu. „Wir erwarten nicht wirklich, über all das Geld zu verfügen, das wir brauchen, wenn wir mit den Dreharbeiten beginnen. Das Budget ist noch nicht mal abgeschlossen! Es ist mehr eine Frage, sich den verfügbaren Ressourcen anzupassen.“

Aber der allgemeine Plan ist, Anfang April mit dem Dreh zu beginnen und den Film Ende 2012 für den Verkauf fertig zu haben.

„Unser Traum ist das Sundance Festival im Jahr 2013“, berichtet uns Co-Produzent Chris Parker. Das Sundance ist das größte Festival des unabhängigen Kinos in den USA und eine Anerkennung dort würde «The Right Juice» den weltweiten Vertrieb ermöglichen – während eine Auszeichnung den Erfolg besiegeln könnte.

Aber es geht bei diesem Film nicht wirklich um Geld oder Gewinn. Es geht um die Förderung der Algarve und um eine neue Art, den Tourismus anzuziehen. „Film-Tourismus kann ein großes Geschäft werden“, erklärt Parker. „Man muss sich nur anschauen, was «Mama Mia» für die griechischen Inseln oder «Sex and the City» für New York getan hat. In New York gibt es inzwischen «Sex and the City»-Tage. Wir können an der Algarve einen «Right Juice»-Tag einführen!“

In anderen Worten, die Möglichkeiten sind unbegrenzt. Es ist nur eine Frage harter Arbeit, sorgfältiger Planung, Talent und Glück.

Knigge und sein Team haben eine Planung maximaler Wirkung zu minimalen Kosten ausgearbeitet. Die Dreharbeiten laufen nur 30 Tage (in Hollywood können es über 100 Drehtage sein), es gibt nur sieben Hauptdrehorte, nur zwei Nachtszenen – und fast alle Stunts werden live abgedreht (um teure Computer-Effekte zu sparen).

“Wir können es schaffen. Wir haben das Know-how, wir können es möglich machen – aber wir benötigen die Unterstützung der lokalen Gemeinschaft!“, betont das Team.

Für weitere Informationen und einen Blick auf den “Teaser“ besuchen Sie die Webseite www.therightjuice.net, und sehen Sie, wie Sie vielleicht dabei helfen können, einen Film zu produzieren, der die Algarve fördert!

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