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Várzea da Gonçala

Eine Rückkehr zur Erde in Aljezur

Es nennt sich Várzea da Gonçala und befindet sich sechs Kilometer von Aljezur entfernt. Dort sind drei Familien beheimatet, die sich entschlossen haben, eine Referenz für die Permakultur an der Algarve zu schaffen. Regelmäßige Veranstaltungen und Kurse machen dieses sechs Hektare große Anwesen zu einem fruchtbaren Feld für diejenigen, die eine Rückkehr zur Erde in Einklang mit der Natur anstreben. Entdecken Sie mit uns den Ort, die Menschen und vielleicht auch etwas für sich selbst...
Ausgabe 677 (12 Mai 2011), 1 Kommentar »

Die Straße fast wild, grüne Hügel und ein Flusslauf, der überquert werden muss, machen diesen Ausflug zu einem kleinen Abenteuer.

In der Tat war das Szenario, als das Waliser Ehepaar Christopher und Christine Lewis hier 2006 ankam, ein ganz anders. Es war weit geöffnet und zeigte Wunden der großen Waldbrände.

Zu Beginn wurde das Gelände gesäubert und eine Infrastruktur geschaffen. Mit der Hilfe von Freunden und Nachbarn wurde die Idee geboren, ein Projekt auf die Beine zu stellen, mit der Bereitschaft die kleinen Lehren das Alltags zu teilen.

“Das Projekt ist nun vier einhalb Jahre alt. Wir sind nicht mit der Idee einen pädagogischen Bereich zu schaffen, hierher gekommen, es ist alles einfach passiert", sagt Christopher Lewis.

"Wir erkannten, dass es viele Leute gibt, die einen kleinen Garten, oder ein kleines Grundstück haben und zurück zur Permakultur wollen." Aber es gibt nicht so viele Möglichkeiten, diese Praktik zu erlernen.

Permakultur ist ein Konzept des Australiers Bill Mollison aus den 1970er Jahren, das er als Reaktion auf die negativen Auswirkungen der Industrialisierung und des Konsumismus eingeführt hat.

"Permakultur ist ein neues Wort und auch eine neue Art des Lebens, das viel birgt, was die Menschen einst kannten und was war mit der Industrialisierung und Landflucht verloren geht.

So umfasst es viele der Techniken und Praktiken, die im Laufe der Jahre vielen Menschen ermöglicht hat in Orten mit knappen Ressourcen zu überleben. Diese Grundsätze werden heute auf Bauernhöfen, Gemüsegärten oder Gemeinden wie Várzea umgesetzt.

"Eine andere Sache, an der wir arbeiten, ist eine Weise, um Wasser im Boden zu speichern. Es ist der Schlüssel für ein langfristiges Leben auf der Erde und auch ein Weg, die schweren Auswirkungen einer Dürre zu umgehen", ergänzt Christopher, 55 Jahre, ausgebildeter Ökologe der Universität von Edinburgh und jetzt akkreditiert in Permakultur.

Es wurden insgesamt bereits 380.000 Euro und unzählige Stunden Arbeit investiert. Es ist ein intelligentes Wassersystem, das die Kontamination des Bodens verhindert. Besucher können im Tipi unterkommen und es gibt sogar ein kleines Zimmer für Fortbildungen.

Ein zukünftiges Projekt ist ein Solar-Dörrer zu bauen, der bei der Herstellung von getrockneten Früchten und Heilkräutern dient.

Ausgebildet auf einem Bio-Bauernhof in der Nähe von Stuttgart, glaubt der junge deutsche Gärtner Jakob Friecke, 24 Jahre, dass "Portugal ein hervorragendes Land für die Landwirtschaft ist.

Besonders der Süden hat viel Potenzial. Schon die Mauren wussten vor 600 Jahren, dass dies ein sehr reiches Land ist. Anders als in Nordeuropa, gibt es hier bessere Chancen für die ganzjährige Erzeugung von Lebensmitteln", was auch sein persönliches Ziel ist.

Unter den verschiedenen Schulungen, die hier stattfinden, erfolgt im August der Permakultur Design Kurs (PDC). Er dauert 72 Stunden (9 Tage-Programm) und umfasst Theorie und Praxis mit akkreditierten Ausbildern.

Den letzten Kurs besuchten primär Schüler aus Lissabon. Der Altersdurchschnitt lag bei rund 30 Jahren, darunter Architekten, Informatiker, Biologen und selbst ein Geologe.

"Es ist gut, zu sehen, dass es junge Portugiesen gibt, die interessiert sind, auf das Land zurück zu gehen, wo ihre Vorfahren gelebt und gearbeitet haben. Viele erkennen, dass das Leben, das sie sich wünschen, nicht das in den Städten ist", sagt Christine Lewis.

"Das allgemeine Gefühl ist, dass immer weniger Menschen an Zement und Beton interessiert sind ", sagt Gaynor Stanley, eine Expertin für traditionelle Bauweisen. In der Tat haben auch diese Kurse eine große Nachfrage.

"Es ist doch so, dass die Erde uns alle benötigten Materialien liefert, um ein Haus zu bauen. Der Schlamm ist vielleicht das einzige, was mit dem Alter weiter erhärtet.

Tonerde ist sehr gut, um den Innenraum zu isolieren. Sie muss nur trocken gehalten werden, und wenn das Dach gut ist, hält sie ewig. Dennoch sehen wir alte Häuser, wo das Dach längst Vergangenheit ist und die Wände immer noch stehen. Wir haben noch heute Steine aus der Römerzeit", sagt Gaynor, die mittelalterliche Bauten in Großbritannien restauriert hat.

"Wir haben versucht, unsere Kurse so zugänglich wie möglich zu machen, weil wir Studenten und Menschen mit knappem Budget, die hier her kommen und etwas lernen wollen, eine Möglichkeit bieten möchten", sagt Jakob Friecke.

Und wie ist der Alltag in Várzea? Sílvia Rosa antwortet: "Unsere Existenz hier basiert auf gegenseitigem Respekt. Wir versuchen, alle Philosophien zu respektieren, statt eine zu verteidigen.

Das, was uns alle eint, ist unser gemeinsames Interesse, Selbständigkeit in einer umweltfreundlichen und ehrlichen Weise für alle zu erreichen." "Wir sind alle unabhängig und arbeiten alle zusammen", ergänzt Christopher Lewis.

Die Arbeit auf dem Land beginnt in aller Frühe, im Bio-Garten. Mittag isst jeder für sich, aber das Abendessen wird in der Regel zusammen eingenommen. Freitags wird der Ofen angefeuert und man gesellt sich zueinander. Es werden Brot und Pizza gebacken.

Es gibt Live-Musik und die Nachbarn sind herzlich willkommen. Am ersten Samstag eines jeden Monats erklingen afrikanische Trommeln und jeden Dienstag findet ein kleiner Markt für Bio-Obst und Kunsthandwerk statt.

"Eine gute Sache ist, dass viele Ausländer hier Land erworben haben und ein Gefühl von Gemeinschaft mitbringen, das schon verloren war", sagt Christine Lewis. "Viele haben hier kein zweites Zuhause für die Sommerferien, sondern arbeiten tatsächlich auf ihren Ländern. Es ist eine Frage des Lebensstils."

In der Zukunft "wollen wir Schulen hierher bringen. Wir würden Institutionen gerne die Möglichkeit bieten, dass ihre Kinder einen Tag hier verbringen - mit Aktivitäten im Garten, mit den Tieren spielen, und Frieden finden", sagt Sílvia Rosa.

"In unseren Träumen, versuchen wir zu sehen, wie wir ein wenig Inspiration oder auch ein Einfluss für eine neue Generation sein können". "Es ist noch schwierig, da die Sichtweise der Behörden nach wie vor eine kapitalistische Logik ist."

“Ich würde den Menschen allgemein gerne sagen, dass jeder, der einen kleinen Garten hat, sein eigenes, gesundes Gemüse anbauen kann.

Wenn sie nur eine Stunde pro Tag in einem kleinen Garten arbeiten, können sie Bio-Gemüse essen. Warum sollten wir unseren Kindern den Mist geben, der in Supermärkten verkauft wird?" resümiert Christine Lewis ...

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Kommentare
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Interessant. Nicht neu aber deshalb auch zu Ende gedacht.
jschrey, Hannover, 15 Mai 2011 10:39