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Feldspat-Steinbrüche
Monchiques neuer Feldspat-Krieg

Es ist das zweite Mal in 15 Jahren, dass Monchique gegenüber Bergbau-Plänen an der Südost-Seite des Picota standhaft bleiben muss (ein Gebiet von 1.612 Quadratmetern, das knapp über Fornalha, durch Corte Grande bis nach Alto de Baixo verläuft, sowie ein anderes Gebiet von 1.000 Quadratmetern bei Carapitotas).
Diese Mal sind die Firmen hinter dem Antrag Felmica – Minerais Industriais, S.A. und Sifucel Sílicas, S.A.
Felmica gehört zur MOTA Gruppe - als “Systemlieferant für keramische Rohstoffe” bezeichnet. Eine Gruppe, die sich seit 2003 zunehmend auf den Export konzentriert und gut über 20 Millionen Euro in Felmica investiert hat, die derzeit hundert tausende Tonnen Feldspat jährlich in anderen Gebieten in ganz Portugal abbaut.
Sifucel Sílicas S.A. hat ihren Sitz in Rio Maior und gehört zu der Gruppe Parapedra, die mit Steinbrüchen und Sandgewinnung handelt.
Laut der Quellen, mit denen wir in der Abteilung für Energie und Geologie gesprochen haben, hat Felmica acht Jahre darauf gewartet, ihren Antrag auf die Schürfrechte am Picota vorzulegen. “Sie wussten, dass der ehemalige Bürgermeister absolut dagegen war und haben auf eine neue Verwaltung gewartet”, berichtete uns Dr. António Correia Gomes.
Doch der neue Bürgermeister, Rui André, ist mindestens genauso gegen diesen Plan wie sein Vorgänger. “Es wäre absolut falsch für das Gebiet - das zum REN (Reserva Ecológica Nacional) gehört und unter dem Schutz von Rede Natura 2000 steht. Ich bin völlig dagegen und habe meine Einwände an die Abteilung für Energie und Geologie geschickt”.
Er fügt hinzu, dass, seit sich die Nachricht ob dieser Anfrage verbreitet hat, “diverse Firmen” an ihn heran getreten sind, die herausfinden wollten, wie er dazu steht. Wie schon beim letzten Antrag sind auch andere Firmen daran interessiert, sich zu engagieren. 1996 gab es Interesse aus Deutschland und den USA.
“Ich muss diese Gemeinde voran bringen,” sagte André. “Ich mag Umweltschützer sein, aber ich muss die Dinge auch so laufen lassen, dass wir Fortschritte als Gemeinde machen.”
“In anderen Worten: Ich will nicht sagen, dass es nicht zukünftig irgendwo anders in der Gemeinde einen Steinbruch geben wird.” “Monchique ist besonders reich an Mineralien, auch an Metallen”. (In der Tat hatte vor nicht all zu langer Zeit eine Tochtergesellschaft der norwegischen «Wega Mining Group» die Lizenz zum Abbau von Gold, Silber, Kupfer, Blei und Zink in und um Monchique beantragt).
Doch obwohl die Unterstützung des Bürgermeisters die Kampagne der Einwohner gegen das Projekt ermutigt, sind sie immer noch über die Zukunft besorgt. Veteranen der Kampagne von 1996 erinnern an das frostige Fazit zum Abbau von Feldspat als nationales Interesse.
Es ist eine Botschaft, die in diesem Antrag widerhallt. Dr. Correia Gomes berichtete der «Algarve123», “manchmal müssen Umweltbelange gegen nationale Belangen abgewogen werden”.
Aber er fügte hinzu: “Es ist wirklich eine Frage des Dialogs. Bei schon so vielen eingegangenen Beschwerden (keiner der Anträge wurde bisher im Diário da República veröffentlicht), kann der Staat nicht so einfach die Schürfrechte vergeben, da die Firmen einen zu harten Job vor sich hätten.”
Er erklärt, dass laut Gesetz die Grundeigentümer den Abbaufirmen den Zugang verweigern können und der gesamte Fall dann vor Gericht ginge.
“Diese Art Firmen haben KEIN Interesse daran, vor Gericht zu gehen, das können Sie mir glauben”, fügt er hinzu.
“Wenn ein anderes Gebiet von weniger Bedeutung für die Umwelt vorgeschlagen werden könnte, wären das sehr gute Nachrichten”, schließt er.
Es könnte jedoch nicht ganz so einfach werden. Der Geologe Vasco Valadares, 33, der gerade in Lissabon promoviert, hat seine Master-Thesis zu dem Thema “O complexo alcalino de Monchique” (alkaline Felsstrukturen in Monchique) geschrieben. Er hat die Gegend kartiert, “bis in die verstecktesten Orte, unter Berücksichtigung jeder Felsnase”, und obwohl Feldspat auf 60 Prozent der Erdkruste zu finden ist, gibt es in Monchique nicht viele Alternativen. Tatsächlich ist die Gegend südöstlich vom Picota einer der geeignetsten Orte (siehe Karte) – und der Feldspat von dort gilt als “einzigartig” (außergewöhnlich hohe Qualität).
Rui André hat beiläufig erwähnt, dass “nördlich von Fóia ein guter Platz für einen Steinbruch wäre”, aber es gibt fast keine Aufzeichnungen zu einem Feldspatvorkommen in diesem Gebiet in Valadares Studie.
So geht der Kampf der Anwohner weiter – und die Koordinierung der Gruppenaktivitäten muss zu 100 Prozent organisiert sein.
Der Vorsitzende Ewen Hentall hat Erfahrung darin, sich in Schlachten wie dieser “auf der anderen Seite” zu befinden – er ist vor kurzem in den Vorruhestand von einem der weltweit größten Baulieferanten getreten.
“Firmen, die Bergbau oder Steinbrüche betreiben wollen, möchten sich nicht mit organisierten Gruppen beschäftigen. Es macht alles viel schwieriger für sie” sagte er uns. “Deshalb müssen wir vereint und informiert bleiben und unsere Botschaft heraustragen.”
Die Gruppe hat bereits eine online Petition - mit bisher knapp 1.300 Unterschriften - laufen, in der die Abteilung für Energie und Geologie aufgerufen wird, Felmicas Antrag abzulehnen und ist damit beschäftigt, Presseerklärungen und Flyer vorzubereiten.
Sie wird ihr Anliegen auch auf dem Wurstfest “Feira dos Enchidos” am kommenden Wochenende in Monchique bekannt geben und hoffen, dass das Thema bei der nächsten Gemeindeversammlung aufgegriffen wird.
Wie Hentall erklärt: “Keiner von uns will hier in der Gegend einen Steinbruch oder eine Mine jeglicher Art. Es gibt Gefahren aller Art, die damit verbunden sind – Störungen der unterirdischen Grundwasserleiter (von denen unser aller Wasserversorgung abhängt) ist eines der primären umweltbezogenen Bedenken. Dann ist da noch die Störung der Oberflächenfauna.”
Die Sekretärin der Gruppe, Annette Matthias, hat 1996 gegen die Schürfpläne gekämpft und berichtete uns: “Etwas in dieser Art wäre hier in diesem wunderschönen Teil von Monchique absolut schrecklich. Es würde die ganze Schönheit zerstören, die wir hier haben – und es würde die Firmen vieler Menschen zerstören, die angefangen haben, Öko-Tourismus zu betreiben. Wir dürfen das nicht zulassen!”
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30 Tage, um gegen den Abbau von Feldspat in Monchique zu protestieren
Jetzt ist es offiziell! Die Mitteilung, dass Felmica Minerais Industrias, S.A. die Lizenz zum Abbau von Feldspat in der unberührten "geschützten" Wildnis bei Picota, in der Nähe von Corte Grande, beantragt, ist nun in der «Diário da República» veröffentlicht worden. Gegner haben ab jetzt 30 Tage Zeit für einen Einspruch.








