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Len Port
Über Fátima, falsche Päpste, Maddie und ewige Fragen

“Man muss in Frage stellen. Man muss nicht alles für bare Münze nehmen. Man muss seine Intelligenz zum Sammeln von Erkenntnissen nutzen und eigene Schlüsse ziehen”. Er hat nicht versucht zu beeindrucken. Er hat die zentralen Philosophien von Buddha und Einstein erläutert... aber, man braucht nicht sehr viel Zeit mit diesem Mann zu verbringen, um zu erkennen, dass eine Menge mehr in dem Autor steckt.
Letztes Jahr, als der Verlag «Guerra & Paz» – derselbe, der auch das kontroverse Buch eines Polizisten über Madeleine McCann veröffentlichte – Len Ports Buch zeitgleich mit dem Besuch des Papstes in Fátima auf dem Markt brachte, hatte Port, 69 Jahre, “die Schönheit des Bloggens” noch nicht entdeckt.
Heute führt er regelmäßig zwei Blogs – einen über Neuigkeiten aus der Algarve, den anderen über die Flora und Fauna dieser Region – und er lernt schnell die unzähligen Tricks der Blogger.
“Es sind die Schlüsselwörter!” Er zwinkert entzückt. “Wenn man in einer Geschichte ausreichend gute Schlüsselwörter unterbringt, wird man auf der ganzen Welt gelesen!”
Am Tag unseres Besuchs gab er einem echten Schmuckstück den letzten Schliff. Eine Geschichte, die Prinz William und seine zukünftige Braut mit der Algarve, einem wahrhaft königlichen Flitterwochen-Durcheinander und Madeleine McCann vereint. Fragen Sie nicht wie – besuchen Sie den Blog –, aber bedenken Sie, dass er mit der letzten Geschichte, in der er Madeleine erwähnt, von “Tausenden Menschen auf der ganzen Welt” gelesen wurde, und die allerneuste sicherlich ähnliche Aufmerksamkeit erregen wird.
Über Weihnachten überprüfte Port zum Beispiel seine Blog-Statistiken und stellte fest, dass er Leser in Spanien, Deutschland, Großbritannien, den USA, Mexiko, Singapur, Kroatien und... Finnland hat.
“Als ich Finnland sah, dachte ich, “Ich habe es geschafft! Der Weihnachtsmann liest meinen Blog!”
Aber auch wenn Humor in Len Ports Leben eine große Rolle spielt, ist die Wahrheit von zentraler Bedeutung. Er ist als Journalist bekannt, der immer die Wahrheit schreibt (zumindest sagt er das allen!) und die Wahrheit ist die Grundlage all seiner Arbeiten.
Das erste Buch, das er geschrieben hat, als er nach Reisen über den ganzen Globus - wo er von vielen “Hot Spots” der Welt berichtete - hier ankam, war der erfolgreiche Reiseführer: «Get to Know the Algarve».
“Ich habe das aus dem gleichen Grund geschrieben, wie das Fátima-Buch. Ich wollte die ganze Geschichte erfahren”.
«Get to Know the Algarve» umfasst somit alles: Geschichte, Geografie, Naturgeschichte, Klima, Politik. “Ich wollte alle Fragen beantworten, die Besucher haben könnten”.
“Große Unterstützung” gab es von seiner Gefährtin der letzten dreißig Jahre, Ferienhaus-Spezialistin Joan Gay. Er stürzte sich in einen Marathon der Entdeckungen, und das Buch wurde, seit es 1993 erstmals publizierte wurde, einige Male nachgedruckt und auf den neuesten Stand gebracht.
Seine Obsession mit Fátima war jedoch eine ganz andere. In dem Fall begann es als eine Sache, die komplett andersartig endete.
“Anfangs war es nicht meine Absicht anderen die Geschichte über Fátima zu erzählen, geschweige denn dieses Buch zu schreiben”.
“Ich wollte herausfinden, was 1917 in Fátima geschehen ist - oder was behauptet wird, was geschehen ist - und wie sich die Geschichte von damals bis zum heutigen Tag entwickelt hat. Fast alles, was in den letzten Jahren über Fátima geschrieben wurde, ist aus katholischer Sicht verfasst- mit Scheuklappen.
“Ich wollte die Sichtweise von so vielen relevanten Personen wie möglich erfahren, sowohl innerhalb als auch außerhalb der katholischen Kirche, bevor ich meine eigenen Schlüsse formulierte.
“Wie ich es im Vorwort sage: Die Leser werden nicht alle Meinungsäußerungen in dem Buch teilen. Es ist unvermeidlich, dass einige Inhalte Uneinigkeit, Ablehnung oder gar stärkere Reaktionen hervorrufen. Aber das Ziel des Buches ist es eher, ein Licht auf die Geschehnisse zu werfen, als Aufregung zu erzeugen. Es ist kein Buch für intolerante Menschen, die andere Meinungen neben ihrer nicht zulassen. Es soll sachlich und informativ zum Nachdenken anregen, ohne absichtlich beleidigend zu sein. Es ist ein Buch für Neugierige und Aufgeschlossene, die gerne hinterfragen, abschätzen und sich ihre eigene Meinung bilden”.
Das Buch hat zwar Fátima im Fokus, behandelt aber das viel breitere Thema des Glaubens an beziehungsweise die Ablehnung des Übernatürlichen.
“Vielleicht wurde ich deswegen nicht mit Angeboten zur Veröffentlichung überflutet! Vielleicht besteht der größte Teil der potentiellen Leser des Buches aus jungen Menschen, deren Geist noch fruchtbaren Boden bietet.
“Mir gefällt es zu glauben, dass ich immer noch offen bin für Meinungen aller Schattierungen, aber ich ziehe es vor, Vernunft walten zu lassen, als ein Dogma zu akzeptieren.”
In dem Buch erfährt man niemals die eigenen Gedanken von Port zu der Geschichte, aber das erwartet man wohl auch von einer journalistischen Recherche.
Gewiss, mit Blickwinkel auf einen äußerst komplexen Moment in der Geschichte Portugals – sowohl sozial als auch politisch – ist das Buch eine echte Enzyklopädie und ermutigt zu dem, was Port (neben Buddha und Einstein) verfechtet: Hinterfragen Sie!
Haben die drei Hirtenkinder tatsächlich den Friedensengel gesehen, gefolgt von der Jungfrau Maria? Haben Zehntausende Anhänger wahrhaft das “Milagre do Sol” - das Wunder einer glutroten rotierenden Sonne - gesehen? Oder wurde die ganze Sache von der Katholischen Kirche eingefädelt, um die Menschen zu manipulieren und unter Kontrolle zu halten, zu der Zeit als sich gerade der Kommunismus ausbreitete?
Und wurde der Vatikan seit den 1960ern von einer Gruppe Antichrist-Päpsten infiltriert, unterstützt von den Freimaurern?
Diesem sehr realitätsnahen «Da Vinci Code», basierend auf transparenten Recherchen, kann man nur wünschen, dass es Len Ports Buch schafft, einen Verleger in seiner Muttersprache zu finden, damit sich noch mehr Menschen - neben den portugiesischsprachigen - ihre eigene Meinung zu den ewigen Fragen bilden können.
Inzwischen ist die Ausgabe bei Guerra & Paz knapp, kann aber online oder über die meisten Buchhandlungen bestellt werden.
“Im Leben muss man fortwährend dazulernen – was würde man sonst tun?” Es ist nicht wirklich eine Frage. “Habe ich schon erwähnt, dass ich im Moment viel male? Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge. Sie sind immer so verschieden - und die Farben sind absolut fantastisch!…”







